Presseartikel zum Ausbau der Königsbrücker Straße

Fronten sind verhärtet

Im Planfeststellungsverfahren um den Ausbau der Königsbrücker Straße ist die offizielle Auslegung der Pläne abgeschlossen. Einwände gegen das Vorhaben können allerdings noch bis zum 29. Juni gemacht werden. Deshalb sind die Pläne im Stadtteilhaus auf der Prießnitzstraße noch bis zu diesem Termin einzusehen.

Die Gegner des Ausbaus haben in der Zwischenzeit mit verschiedenen Aktionen von sich reden gemacht. Auf der Fahrrad-Demonstration am 26. Mai wurde auf die 90 Bäume hingewiesen, die bei einem Ausbau gefällt werden müssten. Friedrich Boltz, der Sprecher der Bürgerinitiative, schlang eine schwarze Schleife um den Stamm der Ulme vor dem Grundstück Nummer 49. Auch die meisten der straßenseitigen Bäume oberhalb des Bischofsweges tragen weiße Kreuze als Zeichen für ihre Gefährdung. Auf einer Informationsveranstaltung Anfang Juni im Kinosaal der Schauburg, zu der Bürgerinitiative und die Fraktion Bündnis 90/ Grüne eingeladen hatten, wurde ebenfalls über die Ausbaupläne informiert. Prof. Udo Becker von der TU Dresden vermutete dabei, dass bei einem vierspurigen Ausbau das Verkehrsaufkommen auf der Straße wesentlich steigen würde. Befürworter des Ausbaus kritisieren inzwischen die Einseitigkeit der Diskussion. Die Stadtverwaltung war zum Termin in der Schauburg nicht eingeladen worden, so dass ein Dialog gar nicht möglich war. Nur Umweltbürgermeister Gaber (Bündnis 90/ Grüne) hatte von seiner Fraktion eine Einladung erhalten.

Ortsamts-Leiter Dr. Manfred Künzel ist über manche Aktionen der Ausbau-Gegner verwundert: Auch bei den Planungen des vergangenen Jahres, auf die man sich nun berufe, hätten Bäume gefällt werden müssen. Insgesamt 69, jetzt sind es 90. Oberhalb des Bischofsweges, der jetzt besonders umstritten ist, seien 46 Fällungen geplant gewesen, jetzt seien es 48. "Und der jetzt so umstrittene Fußweg zwischen Louisenstraße und Bischofsweg war in der vorherigen Planung genau wie jetzt nur 3,50 Meter breit." Damals habe allerdings niemand mit Kreidestrichen auf dem Fußweg deswegen Panik geschürt und ein Händlersterben prophezeit. Die Einzelheiten des Stadtratbeschlusses würden offenbar von den Ausbau-Gegnern gar nicht zur Kenntnis genommen, kritisiert Künzel.

Der Stadtrat hatte empfohlen, im vorderen Bereich ebenerdige Fußwegabschlüsse anzulegen, so dass bei Stadtfesten oder anderen Ereignissen ein sechs Meter breiter Streifen zur Verfügung steht. Dies geht auf eine Empfehlung des Ortsamtes und der Händler zurück, die im vergangenen Jahr diesen Kompromiss vorgeschlagen hatten. (mi/gie)

Stadtteilzeitung „Die Neustadt“, Nr. 31, Ausgabe Juni 2000, S. 1
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