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Presseartikel zum Ausbau der Königsbrücker
Straße
Ideologiestreit Königsbrücker
Proteste verschieben Ausbau um Monate / DVB halten an Gleis und vier
Spuren fest
Der Dauerstau auf der Königsbrücker Straße bleibt Dresden
noch weiter erhalten. Der ab Januar geplante Ausbau des Nadelöhrs
verschiebt sich um Monate. Vor Frühsommer 2001 können wir
nicht anfangen, sagt Frank Müller-Eberstein, Vorstand der
Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), die für den Bau den Hut aufhaben.
Grund dafür sind rund 1.600 Einsprüche gegen die
Ausbaupläne. Die Verkehrsbetriebe müssen jetzt dazu
Stellung nehmen, sagt Petra Gutow vom Regierungspräsidium.
Das Grundproblem: Die DVB wollen auch aus Fördergründen
auf ihr erhöhtes Gleisbett in der Mitte nicht verzichten. Die
Autolobby pocht auf je zwei Spuren rechts und links. Für beides aber
reicht zwischen Albertplatz und Schauburg der Platz nicht. Viele alte
Bäume müssen weg. Anlieger sollen ihre Vorgärten abgeben und
laufen dagegen Sturm. Radfahrer protestieren, weil die Radwege unter den
Tisch fallen. Ein Ideologiestreit, sagt Müller-Eberstein.
Mich schockiert weniger die Anzahl der Einsprüche, als die
Verhärtung der Fronten.
Die DVB versuchen jetzt, die Pläne zu korrigieren. Am separaten
Gleisbett und an den vier Autospuren soll sich aber nichts ändern.
Es gibt dazu einen Stadtratsbeschluss, an den wir uns halten
müssen, so Müller-Eberstein. Allerdings bemühen
wir uns, zwischen Albertplatz und Post noch etwas von den Häusern
abzurücken. Für die Radfahrer erarbeite man eine
Lösung. Die DVB rechnen damit, dass der ursprünglich am 8.
Oktober geplante Erörterungstermin für das Vorhaben nun im
Januar/Februar stattfindet.
Für die Bündnisgrünen ist die Terminverschiebung die
Quittung für eine Planung an den Nutzern der Straße
vorbei. Auch mit einer Stadtratsmehrheit im Rücken kann
man Pläne nicht gegen die Interessen vor Ort durchsetzen, sagt
Grünen-Stadtrat Wolfhard Pröhl.
Die Bürgerinitiative Königsbrücker Straße
indes arbeitet schon an einem neuen Vorschlag, wie die Straße
aussehen soll. Die bisherige Lösung funktioniert einfach
nicht, sagt Sprecher Torben Heinemann. Mit ein paar Korrekturen
ist es da nicht getan.
DVB-Vorstand Müller-Eberstein allerdings hält nichts davon, den
monatelangen Streit noch mal von vorne zu beginnen. Ich fürchte,
dass dann am Ende gar nicht gebaut wird, sagt er.
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