Presseartikel zum Ausbau der Königsbrücker Straße

„Königsbrücker“ nur zweispurig?

Stadtverwaltung und Verkehrsbetriebe beraten Umbaupläne

In die Überlegungen zum Umbau der Königsbrücker Straße kommt Bewegung. Heute treffen sich Verkehrsbürgermeister Rolf Wolgast (SPD) und DVB-Vorstand Frank Müller-Eberstein zu einem Gespräch über die Umbaupläne, die im vergangenen Sommer erstmals vorgestellt wurden. Damals war vorgesehen, die Königsbrücker Straße zwischen Stauffenbergallee und Albertplatz vierspurig auszubauen. Die Straßenbahn sollte in der Mitte ein eigenes Gleisbett bekommen, links und rechts der Straße war Platz für Fußwege. Eigene Streifen für Radfahrer waren nicht vorgesehen. Noch vor Weihnachten 2000 sollten die Vorbereitungen für den Ausbau beginnen, in diesen Tagen war der Start der eigentlichen Bauarbeiten geplant. Im Dezember 2001 sollte der Umbau abgeschlossen werden.

Doch die Zeichnungen und Verkehrssimulationen führten nach ihrer Veröffentlichung zu heftigem Protest. „Erstens kann nicht nachgewiesen werden, dass zwei Autospuren pro Fahrtrichtung nötig sind, so viel Verkehr lassen die Kreuzungen auf der Königsbrücker Straße ohnehin nicht zu“, erklärt Andreas Jahnel, Fraktionsgeschäftsführer der Bündnisgrünen im Rathaus. Zweitens sei es bei den zu erwartenden Verkehrsmengen aus Sicherheitsgründen nicht gestattet, Radfahrer auf die Autospuren zu zwingen. Mehrfach protestierten bis zu 100 Radfahrer auf der Straße für eigene Fahrspuren, beim Regierungspräsidium gingen mehr als 1000 Proteste gegen die Umbaupläne ein.

Die Genehmigungsbehörde habe daraufhin grundlegende Veränderungen in den Bauplänen gefordert. Dadurch sei es zu monatelangen Verzögerungen gekommen. Noch gestern Abend haben DVB-Experten das heutige Gespräch mit Vertretern der Stadtverwaltung emsig vorbereitet. Vorstand Frank Müller-Eberstein hat nun die Aufgabe, bei Verkehrsdezernent Wolgast für die abgespeckte Variante zu werben.

Die Vertreter der Bürgerinitiative hoffen, dass die Königsbrücker Straße nach dem Umbau so ähnlich aussieht, wie sie es schon Frühsommer des vergangenen Jahres vorgeschlagen haben. In der Mitte ein separates Gleisbett für die Straßenbahn, daneben auf beiden Seiten je eine Fahrspur für die Autos, dann je ein Radweg und ganz außen die Fußwege.

Dresdner Neueste Nachrichten (Christoph Springer) 6. Januar 2001

Nächster Artikel: Planer bleiben bei „Königsbrücker“ mit vier Spuren

Vorheriger Artikel: Ideologiestreit Königsbrücker

Übersicht: Alle Artikel