Presseartikel zum Ausbau der Königsbrücker Straße

Ausbaupläne zur Königsbrücker Straße zugunsten von durchgängigen Radwegen überarbeitet

Ausbauvorschlag DVB - IV/2001

Quelle der Grafik: DVB AG – Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung

Das Bauvorhaben

Die DVB AG wird in Abstimmung mit der Landeshauptstadt Dresden den Ausbau der Königsbrücker Straße in Maßnahmeträgerschaft übernehmen. Das heißt, die DVB AG saniert nicht nur die Straßenbahngleise, sondern auch die gesamten anderen Verkehrsanlagen. Die Planung basiert auf dem von der Landeshauptstadt Dresden entwickelten Bebauungsplan. Dabei handelt es sich um den Bauabschnitt zwischen Albertplatz und Olbrichtplatz (Stauffenbergallee).

Aufgrund der zahlreichen Einwände wurden die Ausbaupläne für die Königsbrücker Straße noch einmal überarbeitet. Zugunsten von nahezu durchgängigen Radwegen soll die Verkehrsfläche für den motorisierten Individualverkehr etwas eingeschränkt werden. DVB AG und Landeshauptstadt Dresden hoffen, dass es damit gelingt, die wesentlichen Kritikpunkte auszuräumen und einen breiten Konsens bei allen Anwohnern und Beteiligten zu erzielen.

Nach der Überarbeitung erhält die Königsbrücker Straße eine überbreite (4,50&nsbp;m) Fahrspur pro Richtung, die beispielsweise das Überholen eines stehenden Lkw's ohne Befahren des baulich abgegrenzten Gleiskörpers erlaubt. Dadurch wird die Fläche zur Einordnung von 1,50 m breiten Radwegen gewonnen. Daneben wurde zusätzlich eine Kompromissvariante mit dem Ziel, zwischen Louisenstraße und Bischofsweg breitere Fußwege zu schaffen, erarbeitet, um dem Charakter als Einkaufsstraße Rechnung zu tragen. Um die hierzu notwendige Breite im Querschnitt zu erhalten, ist nur in diesem Bereich in landwärtiger Richtung ein straßenbündiger Bahnkörper geplant. Bei beiden Varianten ist es aber wesentlich, dass die Kreuzungen nach der ursprünglichen Planung ausgebaut werden, damit die Königsbrücker Straße trotz der eingeschränkten Verkehrsfläche für den Autoverkehr ausreichend durchlassfähig wird. Bei der Variante mit dem teilweise straßenbündigen Bahnkörper erhält die Straßenbahn in dem betroffenen Abschnitt über intelligente Ampelschaltungen den Vorrang. Damit sind die für die DVB AG notwendigen Einsparungen erreichbar und auch für den Autoverkehr steigt die Verkehrsqualität. Zusätzlich wird die Scheunenhofstraße und die Eschenstraße zur Königsbrücker Straße hin geöffnet und die Schweppnitzer Straße erhält eine Grundstückseinfahrt.

Beide Planvarianten sehen behindertengerecht ausgebaute Haltestelleninseln in Fahrbahnmitte vor. Der Bahnkörper wird mit einem acht Zentimeter hohen abgerundeten Bord baulich von der Fahrbahn abgegrenzt und kann von Einsatzfahrzeugen durchgängig befahren werden.

Park- und Lieferbuchten sind je nach Flächenverfügbarkeit vorgesehen. Die neue Fahrbahnoberfläche aus Asphalt wird die Lärmbelastung erheblich senken. Entsprechend dem Grünordnungsplan sind zusätzliche Baumpflanzungen vorgesehen. Außerdem werden alle Ver- und Entsorgungsleitungen unter der Straße neu verlegt und die Oberleitungen für die Straßenbahn neu gebaut.

Die bisherigen Planungen sahen zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee zwei Fahrbahnen pro Richtung mit einer Breite von insgesamt sechs Metern, einen besonderen Bahnkörper, Fußwege, Park- und Lieferbuchten, aber nur zwischen Albertplatz und Katharinenstraße Radwege vor.

Die Vorbereitungen

Nach der Bestätigung der neuen Pläne durch den Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden und dem Abschluss des Planfeststellungs-verfahren kann mit dem Ausbau der Königsbrücker Straße frühestens Ende 2002 begonnen werden. Bis Jahresende 2002 würden noch keine Behinderungen für Straßenbahn- und Autoverkehr entstehen, weil zunächst nur vorbereitende Arbeiten stattfinden. Zum generellen Bauablauf und zur Erreichbarkeit während der Bauphase werden umfangreiche Abstimmungsgespräche mit den Anliegern und Gewerbetreibenden geführt.

Die Bauphase

Die „heiße“ Bauphase würde nicht vor Januar 2003 beginnen und vor dem Weihnachtsgeschäft 2003 abgeschlossen sein. Ziel der DVB AG und der Landeshauptstadt Dresden ist es, den Ausbau der Königsbrücker Straße im Interesse der Anlieger und Gewerbetreibenden so zu konzentrieren, dass sich die Belastungen nicht über mehrere Jahre hinziehen.

In der Bauphase fährt die Straßenbahn nicht über die Königsbrücker Straße. Selbstverständlich bietet die DVB AG Alternativen für ihre Kunden an. Der Autoverkehr kann landwärts durchgängig auf der Königsbrücker Straße rollen. Stadtwärts gibt es teilweise Umleitungen. Mit dem Ausbau des Schlesischen Platz im letzten Jahr und des Albertplatzes in diesem Jahr haben sich Bedingungen für die Verkehrsführung während der Bauzeit bereits enorm verbessert.

Die Verbesserungen

Durch den besonderen Gleiskörper und die Haltestelleninseln wird der Verkehr auf der Königsbrücker Straße entflochten. Das heißt, Straßenbahn und Individualverkehr bewegen sich weitgehend unabhängig und behindern sich nicht mehr gegenseitig. Im Ergebnis werden beide Verkehrsströme schneller und sicherer. Außerdem können im Notfall beispielsweise Fahrzeuge der Feuerwehr Louisenstraße über den Gleiskörper schneller vorankommen, da sie nicht mehr wie bisher vom Stau aufgehalten werden.

Ziel der DVB AG ist es, durch die Beschleunigung der Straßenbahn den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu gestalten und neue Kunden zu gewinnen. Mit den erwarteten Mehreinnahmen und Kostensenkungen will die DVB AG ihre Eigenwirtschaftlichkeit erhöhen und gleichzeitig den Subventionsbedarf durch die Landeshauptstadt Dresden senken.

Alle jetzt vorhandenen Abbiegemöglichkeiten bleiben auch nach dem Ausbau erhalten oder werden etwas erweitert. Insgesamt verbessert sich die Erreichbarkeit für die Anwohner. Nutznießer des Umbaus der Königsbrücker Straße durch die DVB AG sind alle Verkehrsteilnehmer: Fahrgäste der Straßenbahn, Autofahrer, Radfahrer, Anwohner und Fußgänger. Intakte Verkehrswege und ein schöneres städtebauliches Umfeld fördern zudem die Attraktivität und Lebensqualität der Äußeren Neustadt.

Die Finanzierung

Die Baumaßnahme Königsbrücker Straße wird zu 75 Prozent mit Fördermitteln des Bundes und des Freistaates Sachsen aus dem Projekt Pilotlinie 2 finanziert, die für bauliche Maßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr ausgereicht werden. 25 Prozent bringt die DVB AG selbst auf. Würden die Fördermöglichkeiten nicht genutzt, könnte die Königsbrücker Straße nicht in absehbarer Zeit saniert werden. Bei einem solch umfassenden Verkehrsbauprojekt wird nahezu die Hälfte der Investitionen für den Straßenbau aufgewendet.

Text: Pressemitteilung von Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB AG / Anja Erhardt, Pressesprecherin) und
Landeshauptstadt Dresden (Kai Schulz, Sprecher des Oberbürgermeisters) vom 9. Oktober 2001
Grafik: veröffentlicht in: „Der Hecht“ (Zeitung der DVB AG), Ausgabe 7/2001 (erschienen im November 2001)

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