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Presseartikel zum Ausbau der Königsbrücker
Straße
Ausbaupläne zur Königsbrücker Straße zugunsten von durchgängigen
Radwegen überarbeitet
Quelle der Grafik: DVB AG Veröffentlichung mit freundlicher
Genehmigung
Das Bauvorhaben
Die DVB AG wird in Abstimmung mit der Landeshauptstadt Dresden den Ausbau der Königsbrücker
Straße in Maßnahmeträgerschaft übernehmen. Das heißt, die DVB AG saniert nicht
nur die Straßenbahngleise, sondern auch die gesamten anderen Verkehrsanlagen. Die Planung basiert auf
dem von der Landeshauptstadt Dresden entwickelten Bebauungsplan. Dabei handelt es sich um den Bauabschnitt
zwischen Albertplatz und Olbrichtplatz (Stauffenbergallee).
Aufgrund der zahlreichen Einwände wurden die Ausbaupläne für die Königsbrücker
Straße noch einmal überarbeitet. Zugunsten von nahezu durchgängigen Radwegen soll die
Verkehrsfläche für den motorisierten Individualverkehr etwas eingeschränkt werden. DVB AG
und Landeshauptstadt Dresden hoffen, dass es damit gelingt, die wesentlichen Kritikpunkte auszuräumen
und einen breiten Konsens bei allen Anwohnern und Beteiligten zu erzielen.
Nach der Überarbeitung erhält die Königsbrücker Straße eine überbreite
(4,50&nsbp;m) Fahrspur pro Richtung, die beispielsweise das Überholen eines stehenden Lkw's ohne
Befahren des baulich abgegrenzten Gleiskörpers erlaubt. Dadurch wird die Fläche zur Einordnung
von 1,50 m breiten Radwegen gewonnen. Daneben wurde zusätzlich eine Kompromissvariante mit dem
Ziel, zwischen Louisenstraße und Bischofsweg breitere Fußwege zu schaffen, erarbeitet, um dem
Charakter als Einkaufsstraße Rechnung zu tragen. Um die hierzu notwendige Breite im Querschnitt zu
erhalten, ist nur in diesem Bereich in landwärtiger Richtung ein straßenbündiger
Bahnkörper geplant. Bei beiden Varianten ist es aber wesentlich, dass die Kreuzungen nach der
ursprünglichen Planung ausgebaut werden, damit die Königsbrücker Straße trotz der
eingeschränkten Verkehrsfläche für den Autoverkehr ausreichend durchlassfähig wird. Bei
der Variante mit dem teilweise straßenbündigen Bahnkörper erhält die Straßenbahn
in dem betroffenen Abschnitt über intelligente Ampelschaltungen den Vorrang. Damit sind die für
die DVB AG notwendigen Einsparungen erreichbar und auch für den Autoverkehr steigt die
Verkehrsqualität. Zusätzlich wird die Scheunenhofstraße und die Eschenstraße zur
Königsbrücker Straße hin geöffnet und die Schweppnitzer Straße erhält eine
Grundstückseinfahrt.
Beide Planvarianten sehen behindertengerecht ausgebaute Haltestelleninseln in Fahrbahnmitte vor. Der
Bahnkörper wird mit einem acht Zentimeter hohen abgerundeten Bord baulich von der Fahrbahn
abgegrenzt und kann von Einsatzfahrzeugen durchgängig befahren werden.
Park- und Lieferbuchten sind je nach Flächenverfügbarkeit vorgesehen. Die neue
Fahrbahnoberfläche aus Asphalt wird die Lärmbelastung erheblich senken. Entsprechend dem
Grünordnungsplan sind zusätzliche Baumpflanzungen vorgesehen. Außerdem werden alle Ver- und
Entsorgungsleitungen unter der Straße neu verlegt und die Oberleitungen für die
Straßenbahn neu gebaut.
Die bisherigen Planungen sahen zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee zwei Fahrbahnen pro Richtung mit
einer Breite von insgesamt sechs Metern, einen besonderen Bahnkörper, Fußwege, Park- und
Lieferbuchten, aber nur zwischen Albertplatz und Katharinenstraße Radwege vor.
Die Vorbereitungen
Nach der Bestätigung der neuen Pläne durch den Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden und dem
Abschluss des Planfeststellungs-verfahren kann mit dem Ausbau der Königsbrücker Straße
frühestens Ende 2002 begonnen werden. Bis Jahresende 2002 würden noch keine Behinderungen
für Straßenbahn- und Autoverkehr entstehen, weil zunächst nur vorbereitende Arbeiten
stattfinden. Zum generellen Bauablauf und zur Erreichbarkeit während der Bauphase werden umfangreiche
Abstimmungsgespräche mit den Anliegern und Gewerbetreibenden geführt.
Die Bauphase
Die heiße Bauphase würde nicht vor Januar 2003 beginnen und vor dem
Weihnachtsgeschäft 2003 abgeschlossen sein. Ziel der DVB AG und der Landeshauptstadt Dresden ist es,
den Ausbau der Königsbrücker Straße im Interesse der Anlieger und Gewerbetreibenden so zu
konzentrieren, dass sich die Belastungen nicht über mehrere Jahre hinziehen.
In der Bauphase fährt die Straßenbahn nicht über die Königsbrücker Straße.
Selbstverständlich bietet die DVB AG Alternativen für ihre Kunden an. Der Autoverkehr kann
landwärts durchgängig auf der Königsbrücker Straße rollen. Stadtwärts gibt
es teilweise Umleitungen. Mit dem Ausbau des Schlesischen Platz im letzten Jahr und des Albertplatzes in
diesem Jahr haben sich Bedingungen für die Verkehrsführung während der Bauzeit bereits enorm
verbessert.
Die Verbesserungen
Durch den besonderen Gleiskörper und die Haltestelleninseln wird der Verkehr auf der
Königsbrücker Straße entflochten. Das heißt, Straßenbahn und Individualverkehr
bewegen sich weitgehend unabhängig und behindern sich nicht mehr gegenseitig. Im Ergebnis werden beide
Verkehrsströme schneller und sicherer. Außerdem können im Notfall beispielsweise Fahrzeuge
der Feuerwehr Louisenstraße über den Gleiskörper schneller vorankommen, da sie nicht mehr
wie bisher vom Stau aufgehalten werden.
Ziel der DVB AG ist es, durch die Beschleunigung der Straßenbahn den öffentlichen Nahverkehr
attraktiver zu gestalten und neue Kunden zu gewinnen. Mit den erwarteten Mehreinnahmen und Kostensenkungen
will die DVB AG ihre Eigenwirtschaftlichkeit erhöhen und gleichzeitig den Subventionsbedarf durch die
Landeshauptstadt Dresden senken.
Alle jetzt vorhandenen Abbiegemöglichkeiten bleiben auch nach dem Ausbau erhalten oder werden etwas
erweitert. Insgesamt verbessert sich die Erreichbarkeit für die Anwohner. Nutznießer des Umbaus
der Königsbrücker Straße durch die DVB AG sind alle Verkehrsteilnehmer: Fahrgäste der
Straßenbahn, Autofahrer, Radfahrer, Anwohner und Fußgänger. Intakte Verkehrswege und ein
schöneres städtebauliches Umfeld fördern zudem die Attraktivität und
Lebensqualität der Äußeren Neustadt.
Die Finanzierung
Die Baumaßnahme Königsbrücker Straße wird zu 75 Prozent mit Fördermitteln des
Bundes und des Freistaates Sachsen aus dem Projekt Pilotlinie 2 finanziert, die für bauliche
Maßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr ausgereicht werden. 25 Prozent bringt die DVB AG
selbst auf. Würden die Fördermöglichkeiten nicht genutzt, könnte die
Königsbrücker Straße nicht in absehbarer Zeit saniert werden. Bei einem solch umfassenden
Verkehrsbauprojekt wird nahezu die Hälfte der Investitionen für den Straßenbau
aufgewendet.
Text: Pressemitteilung von Dresdner Verkehrsbetriebe AG
(DVB AG / Anja Erhardt, Pressesprecherin)
und Landeshauptstadt Dresden (Kai Schulz,
Sprecher des Oberbürgermeisters) vom 9. Oktober 2001
Grafik: veröffentlicht in: Der Hecht (Zeitung der
DVB AG), Ausgabe 7/2001 (erschienen im November
2001)
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