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Presseartikel zum Ausbau der Königsbrücker Straße
Königsbrücker die Dritte: Nun doch alles vierspurig
Roßberg lässt wieder umplanen und will an Engstellen auf separate Gleise verzichten
Im Dauerstreit um die Königsbrücker Straße macht OB Ingolf Roßberg (FDP) jetzt
kurzen Prozess: Die Verkehrsbetriebe bekamen die Planung entzogen. Ein Büro aus Hannover hat dem Rathaus
eine ganz neue Variante vorgelegt.
Im Herbst war noch alles Friede, Freude, Eierkuchen. Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und Stadt stellten eine
neue Ausbauplanung für die Königsbrücker Straße vor, die den
jahrelangen Streit um die Aufteilung des begrenzten Straßenraums beenden sollte. Der damalige Kompromiss:
Radwege, dafür aber nur eine überbreite statt zwei Autospuren pro Richtung. Am separaten Gleisbett
für die Straßenbahnen sollte nicht gerüttelt werden. Bestenfalls stadtauswärts im Engpass
zwischen Louisenstraße und Bischofsweg hielten die DVB überfahrbare Gleise für möglich.
Nun freilich könnte doch wieder alles ganz anders werden. Das Wirtschaftsministerium hatte das
Gefeilsche um Spurbreiten und Bahnkörper satt und stellte Dresden eine 75-prozentige Förderung in
Aussicht. Damit kann auf erhöhte Gleise verzichtet werden. Sie galten als Bedingung für die
benötigte Finanzspritze vom Bund. Statt den bisher zuständigen DVB beauftragte OB Roßberg in
aller Stille das Büro Schnüll, Haller und Partner aus Hannover mit einer Umplanung. Das Ergebnis
liegt seit wenigen Tagen intern im Rathaus vor.
Die wichtigste Neuerung: Nur zwischen Albertplatz und Louisenstraße sollen die Bahnen künftig auf
eigenen Gleiskörpern fahren. Dann können Autos bis zum Bischofsweg auf den Schienen mitrollen. Das
schafft nicht nur Platz für durchgängig vier Spuren, sondern auch für Radfahrer und
Fußgänger.
Auf dem Abschnitt bis zur Louisenstraße hätten Autofahrer künftig fünf statt vorher 4,50
Meter pro Richtung Platz. Über eine Erweiterung auf sechs Meter und damit auf zwei Vollspuren wird noch
diskutiert. Ab Louisenstraße stünden dann jeweils sechs Meter, kurz vor der Kreuzung Bischofsweg
(Schauburg) sogar neun Meter Fahrbahn zur Verfügung. Hier müssten sich die Linksabbieger wie heute
auf den Schienen aufstellen. Damit allerdings könnte der Verkehr in Richtung Olbrichtplatz ungehindert auf
zwei Spuren fließen. In Höhe Post und Schauburg sind in Straßenmitte Haltestellen-Inseln
für die Bahnen vorgesehen.
Sollten die Radwege in der DVB-Variante kurz vor der Kreuzung Bischofsweg aufhören, wurden sie nun auf
beiden Seiten durchgängig geplant und zwar nicht wie üblich vor, sondern hinter den ebenfalls
beidseitigen Parkstreifen. Zwischen Scheunenhof- und Eschenstraße gibt es sogar zwei Parkstreifen
nebeneinander, die die jetzigen Querplätze ersetzen. Für Fußgänger bleiben drei Meter bis
mehr als fünf Meter breite Gehwege, auf denen noch Tische und Stühle stehen könnten. Auch
für neue Bäume bleibt Platz. Eingriffe in Vorgärten konnten minimiert werden.
Die Planer sollen der Stadt nun per Computer-Simulation beweisen, dass die neue Variante staufrei
funktioniert. Die DVB hatten das mit ihrer Lösung bereits getan. Das Unternehmen wollte sich gestern
lieber nicht zum Thema äußern.
In jedem Fall müssen die Ausbaupläne noch vom Stadtrat abgesegnet werden. Auch das
Regierungspräsidium hat noch ein Wörtchen mitzureden. Die Aufsichtsbehörde wies die erste
Variante aus dem Jahr 2000 angesichts 1 600 Einsprüchen zurück. Die Zeit drängt. Denn wenn die
Straße wie versprochen rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft 2003 fertig sein soll, müssen
spätestens Anfang nächsten Jahres die Bagger anrollen.
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