Presseartikel zum Ausbau der Königsbrücker Straße

60-Seiten-Bericht zum Umbau der „Königsbrücker“

Mit einem schweren Aktenkoffer kam Verkehrsplaner Robert Schnüll diese Woche ins Rathaus. In seinem Aktenkoffer trug er einen 60-Seiten-Bericht zu OB Ingolf Roßberg, die Zusammenfassung aller Untersuchungen seines Hannoveraner Büros zum Ausbau der Königsbrücker Straße. Nun müssen die Experten der Verwaltung die Unterlagen durcharbeiten. Im besten Fall könnten auf Basis dieser Untersuchungen detaillierte Baupläne erarbeitet werden, die dann beim Regierungspräsidium zur Planfeststellung eingereicht werden müssten. Die Ergebnisse der Experten aus Hannover könnten aber auch neuen Zündstoff für die Debatte über den Straßenausbau liefern und so vielleicht sogar den Beginn der Arbeiten weiter verzögern.

Seit der Präsentation einer Verkehrssimulation Ende Mai, bei der zwischen Louisenstraße und Bischofsweg stadtauswärts auch das Gleisbett der Straßenbahn von den Autos genutzt werden durfte, wurde an den Plänen nicht mehr viel geändert. „Wir haben nur noch einmal die Situation an der Kreuzung Bischofsweg/ Königsbrücker Straße untersucht“, erklärte Schnüll-Mitarbeiter Holger Schurig auf DNN-Anfrage. Dabei hätten verschiedene Anordnungen der Straßenbahnhaltestellen auf der „Königsbrücker“ im Mittelpunkt gestanden. Das Büro schlägt nun zwei Möglichkeiten vor. Variante 1: Haltestelleninseln zwischen den Straßenbahngleisen und den Fahrbahnen für die Autos stadteinwärts vor der Schauburg und stadtauswärts auf der Nordseite der Kreuzung. Dabei könnte vor der Schauburg eine so genannte „dynamische Haltestelle“ entstehen. Das heißt, die Autos rollen dort in Richtung Innenstadt auf einer erhöhten Fahrbahn. Hält eine Straßenbahn, können die Fahrgäste ohne eine Stufe zu überwinden von der Fahrbahn in die Tram einsteigen.

Variante 2: zwei dynamische Haltestellen auf der Nordseite der Kreuzung. Der Vorteil dynamischer Haltestellen ist der Platzgewinn, der möglich wird, weil keine Haltestelleninseln in die Straße gebaut werden müssten. „Nun ist die Frage, ob diese neue Haltestellenform in Dresden akzeptiert wird“, meint Schurig. Wie lange die Stadtverwaltung über dem Abschlussbericht brüten wird, wollte er nicht abschätzen. „Es wäre schön, wenn wir an dem Projekt weiter mitarbeiten könnten“, deutete er jedoch Interesse des Hannoveraner Büros am Umbau der Trasse an. Der beginnt vorsichtigen Schätzungen zufolge frühestens Anfang 2004. Schließlich müssen die nächsten Ausbau-Pläne der Stadt wieder vom Regierungspräsidium abgesegnet werden. Und das kann lange dauern. Inklusive aller Einspruchsfristen, Anhörungen und Formalitäten veranschlagen Insider dafür bei Bauprojekten dieser Größenordnung bis zu einem Jahr.

Dresdner Neueste Nachrichten (Christoph Springer) 3. August 2002

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