Presse-Erklärungen zum Thema

Übersicht

Eine Übersicht zu Presseartikeln finden Sie hier.

VCD sieht neue Planungen für Königsbrücker Straße positiv

Kritik an Haltung des Wirtschaftsministeriums

Als positiven Ansatz, um aus der verfahrenen Situation bei der Sanierung der Königsbrücker Straße herauszukommen, hat der Verkehrsclub Deutschland, Ortsgruppe Dresden, die neuen Planungen der Stadt unter Federführung von Prof. Schnüll bezeichnet. „Zum ersten Mal wurde wenigstens auf eine durchgehende Fahrmöglichkeit für Radfahrer geachtet“, so VCD-Sprecher Volker Eichmann. „Wenn über die Steuerung der Ampeln auch der Vorrang für die Straßenbahn sichergestellt werden kann, haben wir damit hoffentlich eine Lösung, die Kompromisse von allen Verkehrsteilnehmern verlangt, und die den Anforderungen an eine lebendige Einkaufsstraße in einem pulsierenden Stadtviertel wie der Neustadt gerecht wird.“ so Eichmann weiter.

Eine genauere Beurteilung der Pläne steht für den VCD zwar noch bevor, doch sieht der Club darin eine Basis, auf der die weiteren Diskussionen gerade auch mit den Bewohnern der Neustadt schnell und zügig zu einer endgültigen Planung führen können. Der VCD sieht jetzt bei allen Beteiligten die Verantwortung, schnell zu einer für alle Verkehrsteilnehmer und für die Anwohner der Königsbrücker Straße akzeptablen Lösung zu kommen.

Kritisch ist allerdings die unverständliche Haltung des Wirtschaftsministeriums zu werten, wie sie in entsprechenden Presseberichten (DNN vom 25.01.) zum Ausdruck kommt. Nach den bisher bekannten Einzelheiten ist mit der Variante von Prof. Schnüll für den Pkw-Verkehr eine reibungslose Abwicklung möglich. Es wäre schön gewesen, wenn das SMWA bei den bisherigen Plänen, die erhebliche Nachteile für Fußgänger und Radfahrer bedeutet hätten, ähnlich kritisch die Belange dieser Verkehrsteilnehmer vertreten hätte. So aber kann der VCD dem Wirtschaftsministerium gegenüber nur erneut den Vorwurf einer einseitigen Betrachtungsweise und der Vernachlässigung des nichtmotorisierten Verkehrs erheben. Es ist zu hoffen, dass der Ausbau der Königsbrücker Straße trotz dieser Äußerungen des SMWA nicht weiter verzögert wird. „Wenn das SMWA hier Bedenkenträger spielen sollte, dann wissen wir wenigstens, wer tatsächlich Ausbau und Sanierung des Dresdner Straßennetzes verhindert,“ so VCD-Sprecher Eichmann abschließend.

Verkehrsclub Deutschland (VCD), Ortsgruppe Dresden, 25. Januar 2002 hoch

BI Königsbrücker Straße kritisiert Festhalten am vierspurigen Ausbau

Dammweg und Alaunstraße sind keine Alternative für Radfahrer

Die Bürgerinitiative Königsbrücker Straße kritisiert das Ergebnis des Gesprächs von Bürgermeister Wolgast und DVB-Vorstand Müller-Eberstein scharf. „Stadt und DVB verzögern mit ihrem Beharren auf einem vierspurigen Ausbau weiterhin die überfällige Sanierung der Königsbrücker Straße“, so BI-Sprecher Torben Heinemann. „Nach einschlägiger juristischer Beratung und Akteneinsicht in die Unterlagen beim Regierungspräsidium Dresden sind wir uns sicher, dass, unter Abwägung aller Gesichtspunkte, die zweispurige Variante die einzig mögliche Ausbauvariante ist“, so Heinemann weiter. Auch das RP hat offensichtlich gravierende Bedenken gegen die derzeitigen Planungen. Nach Ansicht der BI wird ein stures Festhalten an einer 4-spurigen Königsbrücker Straße seitens der Stadt und der Verkehrsbetriebe zu einem weiter verzögertem Baubeginn führen, dem nach einem evtl. langen juristischen Tauziehen, schließlich doch ein zweispuriger Ausbau folgen wird.

Besonders die Überlegungen von Bürgermeister Wolgast und DVB-Vorstand Müller-Eberstein zu einer Führung des Radverkehrs über Alaunstraße und Dammweg hält die BI im wahrsten Sinne des Wortes für abwegig. Ganz offensichtlich ist eine derartige Radwegeführung nicht geeignet, die Bedenken sowohl der BI als auch des Regierungspräsidiums zu beseitigen. „Schließlich ist die Königsbrücker Straße mit Kino, Cafés und Geschäften das Ziel vieler Radfahrer und diese liegen eben nicht am Dammweg“, so Heinemann, „ein Radfahrverbot in der Königsbrücker Straße wäre rechtlich nicht haltbar und praktisch nicht durchführbar, vor allem wenn man die Funktion der Königsbrücker Straße als Stadtteilzentrum sieht. Diese wollen wir schließlich erhalten und nicht durch einen überdimensionierten Ausbau gefährden. Ohne Verbot werden aber weiter Radfahrer auf der Königsbrücker Straße fahren wollen und genau diesen Zustand – ohne hinreichenden Platz für Radler – kritisiert nach unserer Kenntnis auch das RP.“

Die Bürgerinitiative kann daher einen solche „Lösung“ nicht mittragen, zumal damit auch die städtebaulichen Probleme nur verschärft werden. Auch wird es Bürgermeister Wolgast in seiner Funktion als Wirtschaftsbürgermeister bzw. sein Nachfolger ab Juni 2001 schwer haben, den Geschäftsleuten der Königsbrücker Straße zu erklären, wie ihre Kunden sie zukünftig mit mehr als der Haelfte weniger Parkplätzen und einem Verbot für Radfahrer erreichen sollen.

Insgesamt sieht die BI damit ihre verkehrlichen, städtebaulichen, ökonomischen und ökologischen Bedenken nicht entkräftet. „DVB und Stadt haben es jetzt in der Hand, ein langes Tauziehen vor Gericht zu verhindern“; so BI-Sprecher Heinemann.

Dem ADAC wirft die BI bewusste Falschinformation vor bzw. billigen Lobbyismus, wenn er von „bereits jetzt von 25.000 Kfz“ spricht, eine weitere Steigerung suggeriert und verschweigt, dass perspektivisch gemäß den Prognosen der Stadt die Verkehrbelastung der Königsbrücker Straße zukünftig sinken wird. Schließlich besteht die Gefährdung für den Radverkehr nicht nur in der Höhe der Verkehrsmenge, sondern vor allem im fehlenden Platz. Die jetzige Ausbauplanung ohne Radfahrstreifen bei vier Spuren würde auch bei geringeren Verkehrsmengen eine hohe Gefährdung für Radfahrer bedeuten. Aus Sicht der BI sind diese Äußerungen des Automobilclubs für den Club disqualifizierend und der guten Arbeit, die der ADAC in punkto Verkehrssicherheit in anderen Städten leistet, nicht würdig.

Die Bürgerinitiative Königsbrücker Straße ist weiterhin im Internet unter der Adresse www.Leben-in-Dresden.de präsent.

BI Königsbrücker Straße (TH), 11. Januar 2001

VCD kritisiert Beharren von Stadt und DVB AG auf vierspurigem Ausbau der Königsbrücker Straße

VCD-Sprecher kritisiert Nachgiebigkeit gegenüber Staatsregierung

Der Verkehrsclub Deutschland lehnt den jetzt von Verkehrsbürgermeister Wolgast und DVB-Chef Müller-Eberstein vereinbarten "Kompromiß" zur Königsbrücker Straße vehement ab. Besonders die vorgesehene Führung des Radverkehrs über Dammweg und Alaunstraße wird vom VCD als völlig unzureichend angesehen. „Beide Straßen können lediglich dem Durchgangsverkehr von Radfahrern dienen,“ so VCD-Sprecher Volker Eichmann, „sie nützen aber nichts für diejenigen Radler, deren Ziele in der Königsbrücker Straße liegen, und das ist nach unseren Beobachtungen die überwiegende Mehrheit“. Nach Ansicht des VCD würde eine regelrechte Aussperrung des Radverkehrs aus der Königsbrücker Straße zum einen rechtlich nicht machbar sein, zum anderen auch die wirtschaftliche Situation der dortigen Geschäfte und Einrichtungen gefährden, da damit Kunden vertrieben würden. „Nach unseren Informationen wäre die Königsbrücker Straße bundesweit die erste innerstädtische Hauptverkehrs- und -einkaufsstraße, die für Radfahrer gesperrt würde“, so Eichmann, „sie wäre ein verkehrsplanerischer Anachronismus.“

Die Notwendigkeit eines vierspurigen Ausbaus sieht der VCD weiterhin nicht als gegeben an. Selbst die Planfeststellungsunterlagen der DVB gehen aufgrund der mangelnden Leistungsfähigkeit der Knoten Albertplatz und Stauffenbergallee von keine Zunahme der Kfz-Zahlen aus, ja sie erwarten sogar einen Rückgang aufgrund der Waldschlösschenbrücke. Auch sind die derzeitigen Stauungen – wenn nicht durch die beiden Knoten bedingt – ganz überwiegend der mangelnden Fahrbahnbreite anzulasten. „Aber auch ein zweispuriger Ausbau würde dieses Problem überzeugend lösen“, so der VCD-Sprecher.

Schließlich erwartet der VCD, daß die Bedenken, die von über 1.600 Einwendern und den verschiedenen Trägern öffentlicher Belange, sowie aus dem Regierungspräsidum Dresden selber gekommen sind, mit dem kräftigen „Weiter so!“ von Stadt und DVB nicht beseitigt werden können. „Die Planung der Verkehrsbetriebe wird einer juristischen Überprüfung nicht standhalten“ ist Eichmann zuversichtlich. „Ausbaden müssen diese Fehlplanung leider die Anwohner und die Verkehrsteilnehmer, die aufgrund des zu erwartenden Rechtsstreits weiterhin mit dem derzeitigen unbefriedigenden Zustand leben müssen.“ Der VCD fordert daher Stadt und Verkehrsbetriebe auf, endlich ein Umdenken einzuleiten und eine allen Anforderungen wirklich gerecht werdende Planung vorzulegen und umzusetzen.

„Dabei muß die Stadt vor allem ihre Nachgiebigkeit gegenüber der Staatsregierung beenden“, so Eichmann. Der „dringende Wunsch“ der Staatsregierung nach einer breiten Protokollstrecke zum Flughafen, wie er seitens des Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit aus einer Stellungnahme gegenüber dem RP klar hervorgeht, kann nicht Vorrang gegenüber der zu erwartenden täglichen Belastung von Anwohnern, Geschäftsleuten und Kunden mit Lärm und Abgasen haben.

Entschieden zurückweisen muß der VCD schließlich die absurde Argumentation des ADAC. „Auch dem ADAC müßte eigentlich bekannt sein, dass eine Gefährdung von Radlern in erster Linie durch den fehlenden Platz neben den Pkws und damit verbundene riskante Überholmanöver, aber nicht durch die reine Menge an Pkws verursacht wird“, so Eichmann abschließend. Schließlich verschweigt der ADAC, daß alle Planungen perspektivisch einen Rückgang der Belastungen auf der Königsbrücker Straße erwarten, so sind für 2010 laut der Stadt sogar 10% weniger Kfz als heute zu erwarten.

Verkehrsclub Deutschland (VCD), Ortsgruppe Dresden, 10. Januar 2001 hoch

Argumente für Einwendungen jetzt auch im Internet zum herunterladen

Die Bürgerinitiative Königsbrücker Straße ist bereits seit Mai auch im Internet unter der Adresse www.Leben-in-Dresden.de präsent. Nach der erfolgreichen Veranstaltung am Mittwoch, dem 7. Juni in der Schauburg sind inzwischen Argumente für Einwendungen und Flugblätter auch auf der Internetseite der Bürgerinitiative zu finden. Die Dokumente können – ebenso wie Mustereinwendungen – dort nachgelesen und auch heruntergeladen werden.

„Wir haben im Internet inzwischen eine umfangreiche Liste von Problemen zusammengestellt, die durch den vierspurigen Ausbau der Königsbrücker Straße entstehen“, so der Sprecher der Bürgerinitiative, Torben Heinemann. „Auch haben wir bereits festgestellt, daß die Planungen gegen das Verkehrskonzept der Stadt und gegen den Flächennutzungsplan verstoßen. Darüber hinaus werden einschlägige Richtlinien und Empfehlungen zum Ausbau von Straßen ignoriert.“ Wegen dieser Mängel sieht die Bürgerinitiative gute Chancen, den Ausbau in der geplanten Weise abzuwenden und stattdessen eine Variante durchzusetzen, die den Interessen von Anwohnern, Kunden und Geschäftsleuten wirklich gerecht wird.

Am Donnerstag, dem 15.06.00 um 20 Uhr trifft sich die Bürgerinitiative wieder im Stadtteilhaus in der Prießnitzstraße 18, Ecke Louisenstraße. Über den offiziellen Auslegungstermin hinaus können dort die Planungen zum Ausbau der Königsbrücker Straße eingesehen werden und es wird den Bürgern geholfen, die Einwände gegen den 4-spurigen Ausbau vorbringen wollen. Außerdem können die Pläne auch im Stadtteilhaus in der BUND-Geschäftsstelle (2. Obergeschoß, Telefon 8 38 19 93) während der Bürozeiten eingesehen werden. Dort werden auch Details erläutert und bei der Formulierung von Einwendungen geholfen. Die Bürgerinitiative ruft die Betroffenen auf, sich diese Unterlagen anzusehen, um ihre eigenen Interessen wahrnehmen zu können.

Wie jeden Freitag findet auch am 16.06.00 wieder eine Fahrraddemo statt, Treffpunkt ist wie immer um 16 Uhr an der Schauburg.

Bürgerinitiative Königsbrücker Straße (th), 13. Juni 2000 hoch

Was ist jetzt zu tun?

Dieses Flugblatt können Sie sich als pdf-Datei für Adobe® Acrobat® Reader Version 2.1 (115 kB) herunterladen.

Sie möchten weitere Dateien herunterladen?

Bürgerinitiative Königsbrücker Straße und Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, 7. Juni 2000 hoch

Übervolle Veranstaltung zum Ausbau der Königsbrücker Straße
Kritik gegen beschlossenen Ausbaugrad
Bürgerinitiative (BI) bietet Betroffenen Hilfe beim Schreiben von Einwendungen an

In einem übervollen Kinosaal fand am Mittwochabend die Veranstaltung zur Königsbrücker Straße statt, zu der die Bürgerinitiative Königsbrücker Straße und die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in die Schauburg eingeladen hatte.

Verkehrs-Professor Udo Becker (TU Dresden) bezweifelte die Aussage, dass bei einem vierspurigen Ausbau die gleichen Belegungszahlen wie beim zweispurigen Ausbau angesetzt werden könnten. „Entschuldigung, Sie werden verscheißert!“, schloss er seine Kritik.

„Wenn die Kreuzungen Albertplatz und Olbrichtplatz verändert werden – und das wird bereits geplant – dann wird mehr Verkehr in eine vierspurige Königsbrücker Straße fließen“, stellte Umweltbürgermeister Gaber (Bündnis 90/Die Grünen) fest. Er stellte die Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) zu Lärm und Schadstoffe vor. Diese wurde allerdings auf Grundlage der Belegungszahlen durchgeführt, die Prof. Becker angezweifelt hatte. Danach soll der Lärm in der Königsbrücker Straße im Vergleich zu heute zwar sinken, bliebe aber auf sehr hohem Niveau. Beim vierspurigem Ausbau sei er abschnittsweise beträchtlich höher als beim zweispurigem Ausbau. Die Anzahl der Baumfällungen steigt beim vierspurigem Ausbau ebenso, wie es zu geringeren Nachpflanzungen im Vergleich zum zweispurigem Ausbau kommt.

Die Verkehrsbedingungen können für alle Verkehrsteilnehmer im Vergleich zu heute verbessert werden.

Für die Bürgerinitiative stellte Volker Eichmann (VCD Dresden) einen eigenen Ausbauplan vor. Durch einen Ausbau mit eigenem Gleiskörper und einspuriger Fahrbahn (3,0 m) würde sowohl Platz für einen Radweg und breitere Fusswege bleiben. „Die Verkehrsbedingungen für alle Verkehrsteilnehmer könnten so im Vergleich zu heute verbessert werden“, so Eichmann. In den Kreuzungsbereichen wären Abbiegespuren vorzusehen. „Die Unterlagen begründen nicht, warum zwei Spuren je Richtung notwendig sein sollen“, so Eichmann. Mit dem Vorschlag der BI könnten auch die Baumfällungen in der Allee im oberen Teil der Königsbrücker Straße verhindert werden.

Für die Einwendungen Hilfe angeboten

Andere Mitglieder der Bürgerinitiative stellten den Ablauf des Planfeststellungsverfahrens vor und riefen die Betroffenen auf, Ihre Bedenken gegen den zweispurigen Ausbau in Einwendungen zu äussern. „Das ist jetzt die einzige Möglichkeit, Ihre Interessen einzubringen. Wir bieten Ihnen dabei unsere Unterstützung an“, so ein BI-Mitglied. Die BI wird eine Mustereinwendung erarbeiten und Sprechstunden anbieten.

Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Andreas Jahnel, 7. Juni 2000 hoch
Links: Einwendungen gegen der Ausbau, Sprechzeiten der BI.

Bürgerinitiative Königsbrücker Straße im Internet

Die Bürgerinitiative Königsbrücker Straße ist nun auch im Internet unter der Adresse www.leben-in-dresden.de präsent. Jetzt, da die Unterlagen zum Ausbau der Königsbrücker Straße öffentlich ausliegen (bis 15. Juni im Technischen Rathaus, Hamburger Straße 19, Zi. 3010 und dem Regierungspräsidium, Stauffenbergallee 2), ist es um so wichtiger, die Ideen und Vorstellungen der Bürgerinitiative einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Es ist wichtig, die Neuen Medien´ zu nutzen,“ so Torben Heinemann von der Bürgerinitiative, „und eigentlich wäre es Aufgabe der Stadt, die zur Auslegung vorgesehen Pläne im Internet anzubieten, wenn sie denn ein Interesse hätte, dass ein größerer Personenkreis die Planung einsehen kann.“

Am Donnerstag, dem 25.05.00 um 20:00 Uhr, trifft sich die Bürgerinitiative das nächste Mal im Stadtteilhaus in der Prießnitzstraße 18, Ecke Louisenstraße. Dort können die Planungen zum Ausbau der Königsbrücker Straße eingesehen werden. Desweiteren werden Bürger, die Einwände gegen den 4-spurigen Ausbau vorbringen wollen, beraten und unterstützt.

Außerdem können die Pläne auch im Stadtteilhaus in der BUND-Geschäftsstelle (II.OG, Telefon 8 38 19 93) während der Bürozeiten eingesehen werden. Dort werden ebenfalls Details erläutert und es wird bei der Formulierung von Einwendungen geholfen.

Die Bürgerinitiative ruft alle interessierten Bürger auf, sich diese Unterlagen anzusehen, um ihre eigenen Interessen wahrnehmen zu können.

Bürgerinitiative Königsbrücker Straße (th), 25. Mai 2000 hoch

Unterlagen Königsbrücker Straße liegen jetzt aus – Radler bei der Demo

Die Unterlagen zum Ausbau der Königsbrücker Straße liegen bis zum 15. Juni öffentlich aus. Im Technischen Rathaus (Hamburger Straße 19, Zi. 3010) und dem Regierungspräsidium (Stauffenbergallee 2) können die Pläne am Montag und Mittwoch von 8-16 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 8-18 Uhr und am Freitag von 8-14 Uhr eingesehen werden. Die Einwendungen müssen bis zum 29. Juni 2000 eingegangen sein.

Auch im Stadtteilhaus Äußere Neustadt, Prießnitzstraße 18 (BUND-Geschäftsstelle II.OG, Tel. 8 38 19 93) ist eine Einsicht in die Pläne möglich. Dort werden auch Details erläutert und bei der Formulierung von Einwendungen geholfen.

Die Bürgerinitiative ruft die Betroffenen auf, sich diese Unterlagen anzusehen, um die eigenen Interessen wahrnehmen zu können.

Unterdessen gehen die freitäglichen Fahrraddemonstrationen weiter. Vor der Schauburg wurde mit Informationstafeln über den Ausbau informiert.

Bürgerinitiative Königsbrücker Straße (th), 20. Mai 2000 hoch

Informationen zum Pressegespräch – Erläuterungen zu den Querschnitten

Die Bürgerinitiative (BI) Königsbrücker Straße ist ein Zusammenschluss engagierter Dresdner Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Verbesserung der verkehrlichen Situation in der Königsbrücker Straße im Interesse aller Anwohner, Geschäftsinhaber und Verkehrsteilnehmer einsetzen. Den Bau eines eigenen Gleiskörpers für die Straßenbahn mit der dazugehörigen Finanzierungsmöglichkeit sehen wir als Chance, die Königsbrücker Straße heutigen und vor allem zukünftigen Verkehrsbedürfnissen anzupassen. Aus Sicht der BI lassen sich die heutigen Verkehrsprobleme zum Einen dadurch beschreiben, dass Kraftfahrzeuge durch Abbiegevorgänge, durch Rückstau an den Knotenpunkten und durch nicht spurgenaues Fahren bzw. zu große Fahrzeugbreiten den Betrieb der Straßenbahn behindern. Zum Anderen sind für Radfahrer teilweise keine eigenen Flächen vorhanden und der Fahrbahnbelag ist in einem sehr schlechten Zustand, so dass Radfahrer Umwege über andere Straßen bzw. das illegale Befahren der Gehwege in Kauf nehmen um ihre Ziele auf der Königsbrücker Straße zu erreichen.

Die Lösung des Problems sehen wir auf Grund der hohen Verkehrsbelastung (zwei wichtige Straßenbahnlinien, ca. 25 000 Kfz/Tag, ca. 25 % Radverkehrsanteil an den Wegen pro Tag in der Dresdner-Neustadt, hohe Fußgängerfrequenz im Straßenabschnitt (Stadtteilzentrum)) in der Anlage eigener, getrennter Fahr- und Gehbahnen. Da sich die Leistungsfähigkeit eines Streckenabschnittes immer durch die Leistungsfähigkeit der Knoten bestimmt, heißt das: eine Richtungsfahrbahn für Kraftfahrzeuge mit einzelnen Abbiegespuren, einen eigenen Gleiskörper der Bahn, der im Havariefall überfahren werden kann, eine eigene Spur für den Radverkehr und breite Gehbahnen, die zusätzlich Platz für Geschäftsauslagen, Cafés und Straßengrün bieten.

Einen Ausbau mit vier Kraftfahrzeugspuren ohne Radverkehrsanlagen lehnen wir ab, weil:

  • Er gegen das Verkehrskonzept der Landeshauptstadt Dresden verstößt, nachdem durch den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur insbesondere der Fuß- und Radverkehr zu fördern ist,
  • die Leistungsfähigkeit des Streckenabschnittes durch die anschließenden Knoten beschränkt wird und nicht erhöht werden kann,
  • eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit im Streckenabschnitt zudem nicht notwendig (Entlastung durch die Waldschlößchenbrücke) und nicht sinnvoll ist, da sie die Aufenthaltsqualität im Straßenraum negativ beeinflusst,
  • fehlende Radverkehrsanlagen bei hohen Geschwindigkeiten im Kraftfahrzeugverkehr zu einer Gefährdung der Radfahrer führen bzw. diese auf Gehbahnen verdrängt werden, wo sie Fußgänger gefährden können,
  • es nicht sinnvoll ist, eine lebendige Straße, die eine Vielzahl von Funktionen erfüllt, wie Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Erholen zu opfern, um einseitig den stadtunverträglicheren, motorisierten Individualverkehr zu bevorzugen.

Dresden kann sich glücklich schätzen, dass noch engagierte Bürger in der Stadt wohnen, die sich für ein Leben in der Stadt stark machen.

Vergleich der Querschnitte

In Bild 1 finden Sie eine Prinzipienskizze der Regelquerschnitte der heutigen Königsbrücker Straße, Bild 2 zeigt den zur Zeit in der Diskussion stehenden 4-spurigen Ausbau und Bild 3 Alternativentwurf der Bürgerinitiative. Die Darstellung zeigt deutlich, dass der Vorschlag der BI rund 3 m geringere Fahrbahnbreiten benötigt als eine vierspurige Variante. Diese Fläche kann dadurch anders genutzt werden. Eine optimale Einteilung der 4,50 m breiten Fahrbahn wäre eine Fahrspur mit 2,75 m und ein Angebotsstreifen für Radfahrer mit einer Breite von 1,75 m. Eine breitere Fahrspur des motorisierten Individualverkehrs (MIV) ist möglich, führt aber unter Umständen zu unerwünschten höheren Fahrgeschwindigkeiten. Die Vorbeifahrt an einem havarierten Fahrzeug ist für Pkw innerhalb der Fahrbahn möglich und für Lkw durch die Überfahrbarkeit des Gleiskörpers der Straßenbahn gegeben.

In den Bildern 4 und 5 finden Sie eine Prinzipienskizze der Regelquerschnitte der Königsbrücker Straße in Höhe der Lärchenstraße. Wenn als Ausbauvariante für den MIV eine Richtungsfahrbahn gewählt wird, ist der Erhalt der Bäume bzw. der Baumstandorte im Streckenabschnitt möglich (Bild 5). Bei einem Ausbau mit zwei Richtungsfahrbahnen reicht der Platz zwischen den Bäumen an der östlichen Straßenseite nicht aus (Bild 4). Die Vorbeifahrt an einem havarierten Fahrzeug ist für Pkw innerhalb der Fahrbahn möglich und für Lkw durch die Überfahrbarkeit eines entsprechend breiten Bordes des Grünstreifens möglich (Fahrtrichtung Nord).

Bürgerinitiative Königsbrücker Straße, 2. Mai 2000 hoch

Berücksichtigung des Radverkehrs beim Ausbau der Königsbrücker Straße

  • Kein Ausbau ohne Radfahrstreifen!
  • Dammweg und Alaunstraße in schlechtem Zustand!
  • Radfahrer wollen Geschäfte auf Königsbrücker direkt anfahren können!

Die Dresdner Ortsgruppen von ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) und VCD (Verkehrsclub Deutschland) wenden sich dagegen, dass die Königsbrücker Straße ohne Radverkehrsanlagen ausgebaut werden soll. Auf allen innerstädtischen Straßen müssen Maßnahmen ergriffen werden, damit sie attraktiv für Radfahrer sind. Bei einer so stark befahrenen Straße wie der Königsbrücker sind dazu Radverkehrsanlagen nötig.

Die vorgeschlagenen Umfahrungen Alaunstraße und Dammweg sind derzeit sehr schlecht für den Radverkehr geeignet. Damit sie überhaupt eine Alternative bieten können, sind umfangreiche bauliche und verkehrsrechtliche Verbesserungen nötig. Auf beiden Strecken muss die Fahrbahnoberfläche verbessert werden. Die Alaunstraße sollte endlich nach dem Gesetz als Fahrradstraße ausgewiesen werden und auch den entsprechenden Komfort bieten. Radfahrern, die vom Albertplatz kommen, muss eine bequeme direkte Zufahrt geboten werden, und das illegale Parken, das zu Gefährdungen der Radfahrer führt, muss geahndet werden. Am Dammweg müssen an Bischofsweg und Antonstraße bequeme Querungsmöglichkeiten für den Radverkehr geschaffen werden, und er muss nachttauglich werden. Weiteren Verbesserungsbedarf haben wir auf den folgenden Seiten im Detail aufgeführt.

Keine Umfahrung schafft die Tatsache aus der Welt, dass Radfahrer Ziele in der Königsbrücker Straße aufsuchen wollen. Die geplante Breite der rechten Spur von 3,00 m verleitet Autofahrer dazu, Radfahrer viel zu eng ohne Spurwechsel und damit illegal zu überholen. Die hier entstehenden Gefährdungen für Radfahrer sind nicht hinnehmbar. Meiden Radfahrer aus diesen Gründen die Fahrbahn, so stören oder gefährden sie auf dem Gehweg Fußgänger.

Die Aussagen aus der Verwaltung und Politik, ein Radfahrstreifen könne auf der Königsbrücker Straße nach Inbetriebnahme der Waldschlößchenbrücke abmarkiert werden, klingen wage. Erst eine diesbezügliche rechtsverbindliche Festschreibung im Planfeststellungsverfahren schafft Glaubwürdigkeit. Immerhin wurde die umstrittene Waldschlößchenbrücke den Dresdnern unter anderem damit schmackhaft gemacht, dass sie eine Entlastung der Königsbrücker Straße bewirken soll.

Dresdner Ortsgruppen von Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) und Verkehrsclub Deutschland (VCD), 1. Mai 2000 hoch

„Kompromiß“ zur Könisgbrücker Straße ist Bankrotterklärung der Dresdner Verkehrspolitik

Als abermalige Bankrotterklärung für die Verkehrspolitik der Landeshauptstadt Dresden hat die VCD-Ortsgruppe Dresden den „Kompromiß“ zum geplanten Ausbau der Königsbrücker Straße bezeichnet. Die jetzt durch OB Wagner abgesegnete Ausbauvariante benachteiligt eindeutig Radfahrer, Fußgänger, Anwohner und Geschäftsleute in der Königsbrücker Straße. Das als „Kompromiß“ zu bezeichnen, zeugt von besonderer Chuzpe. Bezeichnend für die rein autororientierte Verkehrspolitik der CDU/FDP/DSU-Koalition und großen Teilen der Stadtverwaltung ist auch, daß die Kritik vor Ort übergangen wird und daß das ablehnende Votum des Neustädter Ortsbeirats einfach ignoriert wird. Ein ganz besonderes Verständnis von Politik zeigt auch die Tatsache, daß die Stadtratsfraktionen erst in der Presse über solche Pläne informiert werden und die Stadtratsvorlage erst nach den Journalisten erhalten.

Es ist unbegreiflich, daß aus einer Straße, die derzeit das lebendige Zentrum der Neustadt ist, eine vierspurige Rennpiste gemacht wird. Noch unverständlicher ist, daß dies mit Mitteln bezahlt wird, die für den Ausbau des ÖPNV vorgesehen sind. Die ursprünglichen Planungen des Stadtplanungsamtes sahen ein geregeltes und stadtverträgliches Miteinander aller Verkehrsarten vor, auch für Radfahrer und Fußgänger war noch genug Platz.

Auch die Äußerungen von Bürgermeister Wolgast zeigen nicht viel Kompetenz und Verständnis für den Fahrradverkehr. Den Radfahrern den Dammweg – eine schmale Straße mit schlechtem Pflaster – als Alternative vorzuschlagen, zeugt von völliger Unkenntnis. Auch die Überlegung, Radfahrern die Alaunstraße anzubieten, beweist nur, daß Wolgast anscheinend selber nicht radfährt. Sonst würde er wissen, daß es die Stadt bislang nicht einmal geschafft hat, in der Alaunstraße deren offizielle Einordnung als Fahrradstraße durchzusetzen. Abgesehen davon ist die Könisgbrücker Straße mit ihren Geschäften, Kneipen und dem Kino weniger eine Durchfahrtstraße, sie ist vor allem ein wichtiges Ziel für viele Radfahrer, sie läßt sich damit nicht einfach umgehen, die kommenden Konflikte sind vorprogrammiert. Ein schwacher Trost ist es da, daß man ja über eine Radfahrspur nachdenken könnte, sollte nach Bau der Waldschlösschenbrücke das Verkehrsaufkommen auf der Königsbrücker Straße sinken. Diese Annahme ist ausgesprochen blauäugig, Untersuchungen beim Ausbau der Dohnaer Straße haben beispielsweise gezeigt, daß die Parallelstraßen entgegen vorheriger Verheißungen nicht entlastet wurden. Ebenso wird die Waldschlösschenbrücke auch nicht zu einem Verkehrsrückgang in der Königsbrücker Straße führen, das vage Versprechen auf einen Radfahrstreifen ist nichts weiter als eine Beruhigungspille ohne viel Wirkung.

Besonders perfide ist aber der Versuch, die „Schuld“ für diese Vernachlässigung des nichtmotorisierten Verkehrs, den DVB bzw. dem eigenen Bahnkörper für die Straßenbahn zuzuschieben. „Erst zu loben, daß die DVB den Ausbau bezahlen, und dann zu klagen, daß diese einen eigenen Bahnkörper haben wollen, das zeugt entweder von völliger Unkenntnis oder bewußter Desinformation“, so VCD-Sprecher Volker Eichmann. Auch ist entgegen mancher Behauptungen ein eigener Bahnkörper Grundvoraussetzung für attraktiven Nahverkehr und nicht so einfach nebenbei durch ein paar „intelligente“ Ampelschaltungen zu ersetzen.

Der VCD fordert daher, daß die ursprünglichen Planungen des Stadtplanungsamtes, die ein gleichberechtigtes Miteinander der verschiedenen Verkehrsarten vorsahen, wieder aufgegriffen und umgesetzt werden. Die jetzt beabsichtigte Planung ist lediglich ein fauler Kompromiß, der radikal und einseitig den Autoverkehr bevorzugt, eindeutig zu Lasten der Anwohner, der Geschäftswelt, der Radfahrer, der Fußgänger und der Stadtentwicklung in der Neustadt.

Verkehrsclub Deutschland (VCD), Ortsgruppe Dresden, 30. März 2000 hoch
Startseiten: Königsbrücker | OB-Wahl | Leben-in-Dresden webmaster@leben-in-dresden.de