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Presseartikel zur OB-Wahl 2001
Roßberg gewinnt klar die OB-Wahl in Dresden
Letzter SED-Bürgermeister Berghofer erhält nur zwölf
Prozent
Die sächsische Landeshauptstadt Dresden wird künftig von dem
FDP-Politiker Ingolf Roßberg regiert. Der von PDS, SPD und
Grünen unterstützte Roßberg erhielt beim zweiten Wahlgang
am Sonntag 47 Prozent der Stimmen, wie die Dresdner Wahleitung nach
Auszählung aller 396 Wahlbezirke bekannt gab. Amtsinhaber Herbert
Wagner von der CDU landete demnach mit 40 Prozent auf dem zweiten Platz.
Für den letzten SED-Bürgermeister Dresdens, Wolfgang Berghofer
(parteilos), stimmten nur 12,2 Prozent der Wähler. Ronald Galle
(Büso) erhielt 0,8 Prozent der Stimmen.
Die Neuwahl war notwendig geworden, weil im ersten Wahlgang am 10. Juni
keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht hatte. Roßberg
hatte 47 Prozent der Stimmen, Wagner 42,8 Prozent und Galle 1,5 Prozent
erhalten. Die drittplazierte Einzelbewerberin Friederike Beier kam auf fast
neun Prozent; sie trat zur Neuwahl nicht mehr an. Berghofer hatte erst zur
Neuwahl kandidiert. Noch vor einem Monat hatte der 58-Jährige
erklärt, dass er nicht zur Wahl antreten wird. Ausschlaggebend
für seine Entscheidung sei die Haltung der PDS gewesen, die ihn als
Kandidaten bei der Wahl unterstützen wollte, sagte er damals zu
Begründung.
Berghofer galt vor seiner Absage lange Zeit als aussichtsreichster
Kandidat bei einem geplanten Bündnis der Oppositionsparteien SPD,
Grüne und PDS im Stadtrat. Berghofer war als SED-Genosse von 1986 bis
1990 Stadtoberhaupt von Dresden. Im Januar 1990 trat er aus der SED-PDS aus
und arbeitet inzwischen als Unternehmensberater in Berlin.
Im ersten Wahlgang erreichte auch in 53 weiteren Gemeinden kein Kandidat
die absolute Mehrheit. Neuwahlen fanden deshalb außer in Dresden
unter anderem in den kreisfreien Städten Hoyerswerda und Zwickau
statt. In den Kreisen Annaberg, Freiberg und Leipziger Land wurden zudem
Landräte gewählt, weil auch dort keiner der Kandidaten im ersten
Wahlgang die absolute Mehrheit erringen konnte.
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