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Presseartikel zur OB-Wahl 2001
Roßberg wird OB in Dresden
In Hoyerswerda siegt Horst-Dieter Brähmig
Bei den Oberbürgermeisterwahlen in Dresden und Zwickau sind die
bisherigen Amtsinhaber abgelöst worden. Sachsens Landeshauptstadt wird
künftig von dem FDP-Politiker Ingolf Roßberg regiert. Er
löste Herbert Wagner von der CDU ab, der seit der Wende an der Spitze
der Stadt stand.
Roßberg erhielt im zweiten Wahlgang 47 Prozent der Stimmen. Der seit
der Wende regierende CDU-Amtsinhaber Herbert Wagner kam auf 40 Prozent. Der
letzte Dresdner SED-Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer (parteilos),
der überraschend im zweiten Wahlgang angetreten war, kam auf 12,2
Prozent. Roland Galle von der Bürgerrechtsbewegung Solidarität
landete abgeschlagen bei 0,8 Prozent.
Roßberg war in Dresden von Bürgerinitiativen, SPD, PDS,
Grünen und FDP unterstützt worden. In der Landeshauptstadt hatten
sich vor zwei Wochen Amtsinhaber Wagner und Roßberg ein
Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Die Wahlbeteiligung lag gestern bei 48,7
Prozent. Vor zwei Wochen hatte sie mit 48,14 Prozent noch etwas niedriger
gelegen.
Amtsinhaber Wagner hatte bereits vor Abschluss der Stimmauszählung
seine Niederlage eingeräumt. Es ist eine bittere
Niederlage, sagte er. Er habe nicht damit gerechnet, dass der Abstand
zu seinem Herausforderer so groß sei. Sachsens CDU-Chef Fritz
Hähle sprach von einer bitteren Pille. Roßberg warb
unmittelbar nach Verkündung seines Wahlsiegs in Sachsens
zweitgrößter Stadt für ein überparteiliches
Zusammenwirken aller Kräfte zum Wohle der Kommune.
In Hoyerswerda wurde PDS-Amtsinhaber Horst-Dieter Brähmig
bestätigt. In Weißwasser wird die bisherige Sozialdezernentin
des Niederschlesischen Oberlausitzkreises, Helma Orosz, neue
Oberbürgermeisterin. Insgesamt wurden gestern in drei Landkreisen
sowie 54 Städten und Gemeinden Landräte und Bürgermeister
gewählt. Einen zweiten Urnengang gab es überall dort, wo keiner
der Kandidaten vor zwei Wochen die absolute Mehrheit erreicht hatte.
In Zwickau setzte sich der amtierende Baubürgermeister der Stadt mit
35,9 Prozent klar durch. Seine Hauptkonkurrentin Pia Findeiß (SPD)
kam auf 21,9 Prozent. Klaus Reinhold (PDS) und Frieder Badstübner
(parteilos) erreichten 20,8 beziehungsweise 21,5 Prozent. Die
Wahlbeteiligung lag mit 35,1 noch niedriger als am 10. Juni (39,8 Prozent).
Der bisherige Oberbürgermeister Rainer Eichhorn (CDU) war nicht wieder
angetreten.
Hoyerswerdas PDS-Oberbürgermeister Brähmig kam im zweiten
Wahlgang auf 54,55 Prozent und erzielte damit bei den Neuwahlen der
Stadtoberhäupter in den großen Kommunen das beste Ergebnis.
Für Herausforderer Joachim Lossack (CDU) stimmten 41,33 Prozent.
Thomas Delling (SPD) und Volker Steuer (FDP) erhielten 2,14 beziehungsweise
1,98 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 44,7 Prozent. Im ersten Wahlgang
waren es 49,5 Prozent gewesen. Brähmig hatte vor zwei Wochen nur knapp
die absolute Mehrheit verfehlt.
Von den Landratswahlen in Annaberg, Freiberg und im Leipziger Land lagen
bei Redaktionschluss noch keine Ergebnisse vor. Im Leipziger Land lag die
SPD-Kandidatin Petra Köpping nach Auszählung in 18 von 25
Stimmbezirken mit 70,7 Prozent vorn. Damit muss die CDU voraussichtlich
erstmals einen Landratsposten an die SPD abgeben.
Aus der ersten Runde der Landrats- und Bürgermeisterwahlen am 10.
Juni war die CDU als klarer Sieger hervorgegangen. In 14 von 18 Landkreisen
gewannen die von der CDU nominierten Kandidaten. Zudem setzten sich bei den
Bürgermeisterwahlen 153 CDU-Kandidaten durch. Die Wahlbeteiligung war
vor allem in den großen Städten deutlich unter den Erwartungen
geblieben. Die Amtsperiode für Landräte, Bürgermeister und
Oberbürgermeister in Sachsen dauert sieben Jahre.
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