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Presseartikel zur OB-Wahl 2001
Roßberg fordert CDU zur Mitarbeit auf
Die Fans des Siegers feiern bis in den Morgen / Wagner zeigt sich als
fairer Verlierer
OB Herbert Wagner (CDU) muss nach elf Jahren das Rathaus verlassen. Am 1.
August übernimmt sein ehemaliger Stadtentwicklungs-Dezernent Ingolf
Roßberg (FDP) das Amt des Oberbürgermeisters der
Landeshauptstadt.
Na, brauchen Sie einen Schnaps?, fragte der
Bündnisgrüne Andreas Jahnel den CDU-Fraktionschef Michael
Grötsch, als klar war, wohin die Reise geht. Um die 1.000 Menschen
verfolgten gestern auf den Monitoren im Rathaus die Auszählung der
Nachwahl. Der Union blieb nur ein Minuten-Triumph: 18.07 Uhr stand es 67 zu
19 Prozent für Amtsinhaber Herbert Wagner (CDU) das Ergebnis
des ersten Briefwahlbezirks. Dann schmolz der Vorsprung, bis Ingolf
Roßberg mit mehr als sieben Prozentpunkten führte. In der
Neustadt kam er auf über 70 Prozent.
Wagner fiel das Reden sichtlich schwer, als er um 18.45 Uhr mit seiner
Frau Pia ans Mikro trat. Er sprach von einer bitteren Niederlage und
wünschte Roßberg eine glückliche Hand für Dresden.
Auch CDU-Kreischef Dieter Reinfried war enttäuscht. Wir hatten
gehofft, dass der erste Wahlgang und das Antreten Berghofers deutlich mehr
Bürger an die Wahlurnen treibt. Die Union will ab heute nach
Ursachen für die Niederlageforschen. An der Partei kann es nicht
gelegen haben, sagt Fraktionschef Grötsch.
Kandidat Wolfgang Berghofer, klar abgeschlagen auf dem dritten Platz, kam
nicht ins Rathaus. Um 19.20 Uhr traf Roßberg unter Jubelgeschrei ein.
Ihn hatte das Ergebnis zu Hause erreicht. Danach musste er erstmal duschen.
Seine Gegenkandidatin in der ersten Wahl, Friederike Beier, fiel ihm sogar
um den Hals. Auch die Verlierer gratulierten. Ich fordere die CDU auf
mitzutun und gemeinsam um das Wohl der Stadt zu kämpfen, sagte
der Wahlsieger. In Victory-Pose zeigte er sich diesmal nicht. Ich
weiß, dass jetzt die Arbeit erst anfängt, sagte
Roßberg.
Ähnlich sehen das die ihn unterstützenden Parteien. Das
Wahlergebnis muss ein Zeichen für den Stadtrat sein, die
Grabenkämpfe zu beenden, sagte PDS-Fraktionschef Ronald
Weckesser. Ansonsten werden wir uns künftig nur gegenseitig
blockieren.
Die Wahlparty der Roßberg-Fans dauerte bis in den Morgen. 500 Liter
Bier flossen. Der Imbiss gegenüber den Wahlkampfbüro verbuchte
den Umsatz seines Lebens.
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