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Presseartikel zur OB-Wahl 2001
Herbe Niederlage
Der Auftritt fiel ihm sichtlich schwer: Mit versteinerter Mine trat der
bisherige Dresdner CDU-Oberbürgermeister Herbert Wagner vor die
Presse, um seine Wahlschlappe einzugestehen. Das Ergebnis nach dem zweiten
Urnengang war für den 52-Jährigen wie auch die Union eine
verheerende Niederlage. Enttäuscht musste das Unions-Lager im Rathaus
mit ansehen, wie der parteiunabhängige Kandidat Ingolf Roßberg
(FDP) mit 47 Prozent den Wahlsieg einholte. Allerdings ging nicht einmal
die Hälfte der Wähler an die Urnen.
Nur noch 40 Prozent der Wähler votierten gestern für Wagner, der
seit der Wende die Geschicke der Landeshauptstadt führte. Der nach
langem Suchen von einer Bürgerinitiative aufgestellte und von SPD,
Grünen, FDP und auch von der PDS unterstützte Roßberg
ließ auch den letzten Dresdner SED-Oberbürgermeister Wolfgang
Berghofer weit hinter sich, der als parteiloser Kandidat überraschend
zur Neuwahl ins Rennen gegangen war, kam nur auf 12,2 Prozent und
ließ sich kurz nach der Verkündung des Wahlergebnisses nicht im
Rathaus blicken. Roßberg indes wurde gefeiert. Der 40-Jährige
stellte gleich klar: Zuerst kommt Dresden für mich und danach
Parteipolitik.
Nach der Wahlniederlage in der Landeshauptstadt steht die CDU in den
sieben sächsischen kreisfreien Städten nun nur noch in Zwickau an
der Spitze des Rathauses. Auch auf Ebene der Landkreise, die komplett in
CDU-Hand war, hatte die Union eine bittere Pille zu schlucken: Mit dem
Leipziger Land musste erstmals in der Geschichte des Freistaates ein Kreis
an die SPD abgegeben werden. dpa
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