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Presseartikel zur OB-Wahl 2001
Sachsens CDU erlebt einen schwarzen Tag
Debakel in der Hauptstadt und den Landkreisen / Schrott aus
Wuppertal regiert bald Dresden
Nach dem Berliner Beispiel haben nun auch im schwarz regierten Sachsen
rot-gefärbte Bündnisse Schule gemacht: Wie in der
Bundeshauptstadt wo SPD und Grüne mit Hilfe der PDS den
Regierenden CDU-Bürgermeister stürzten brachten bei der
zweiten Runde der Kommunalwahl am Sonntag Wahlzusammenschlüsse mit der
PDS CDU-Amtsinhaber zu Fall. So musste die Union nicht nur in Dresden eine
verheerende Niederlage einstecken. Auch in den Landkreisen, bislang fest in
CDU-Hand, erlebte sie ein Debakel. Im Leipziger Land stellt erstmals die
SPD eine Landrätin, die PDS hielt die Steigbügel.
Besonders hart hat die CDU die OB-Wahl in der Landeshauptstadt getroffen.
Nach elf Jahren muss CDU-Amtsinhaber Herbert Wagner seinen Stuhl für
FDP-Politiker Ingolf Roßberg räumen. Ein bisher einzigartiges
Bündnis aus Bürgerinitiativen und den Parteien links von der CDU
schaffte den Wechsel. Erst nach langer Suche und internen Querelen der
Opposition hatten sich SPD, Grüne, FDP und auch die PDS auf den
40-jährigen Roßberg geeinigt. Unbeabsichtigt bekam er
Schützenhilfe von der CDU: Ministerpräsident Kurt Biedenkopf
hatte den gebürtigen Dresdner als Schrott aus Wuppertal
bezeichnet und damit viel Empörung hervorgerufen seit Mai 2000
hatte Roßberg als Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen und
Verkehr in Wuppertal gearbeitet. Der ursprüngliche
Notkandidat holte mit 47 Prozent klar den Wahlsieg. Damit
ließ er Wagner (40) und Dresdens letzten SED-OB Wolfgang Berghofer
(12) weit hinter sich.
Das war ein schwarzer Tag für die CDU, kommentierte ihr
stellvertretender Landeschef Georg Milbradt. Für ihn sind die
Aufbaujahre vorüber, in denen die CDU Städte und Gemeinden
weitgehend dominierte. Zugleich macht er einen Trend gegen die CDU aus, der
in den Städten die Wähler wegliefen. Konnten PDS und SPD bei der
Landtagswahl 1999 die Unions-Front nicht zum Wanken bringen, gelangen ihnen
nun punktuell Siege. Es zeigt sich, dass Bündnisse gegen die CDU
durchaus erfolgreich seien können, meint PDS-Landeschef Peter
Porsch. Allerdings kamen nicht überall auf Kommunalebene
Bündnisse zu Stande, um die CDU aus dem Sattel zu heben. So wird
Zwickau weiter von einem CDU-OB geführt. Die CDU konnte diese letzte
Bastion unter den sieben kreisfreien Städten in Sachsen auch deswegen
halten, weil die dortige Opposition heillos zerstritten ist.
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