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Presseartikel zur OB-Wahl 2001
Nach OB-Wechsel: Wahl der Dezernenten offenbar später
CDU-Chef Reinfried schließt Rückzug bei Parteitag nicht
aus
Der Ausgang der Oberbürgermeisterwahl, vom Wahlausschuss gestern als
Endresultat bestätigt, verschiebt möglicherweise die für den
9. August geplante Dezernentenwahl im Stadtrat. PDS-Chef Michael Schrader
und FDP/DSU-Fraktionschef Jan Mücke hielten es für
wahrscheinlich, dass die Entscheidung erst zwei Wochen später
fällt. Auch CDU-Fraktionschef Michael Grötsch schloss
gegenüber den DNN eine Verschiebung nicht aus. Ingolf Roßberg,
ab 1. August OB, soll nach durchgehender Meinung ausreichend Zeit zur
Sichtung der Bewerbungen haben. Die Verträge der derzeitigen
Bürgermeister auf den betroffenen sechs Posten laufen bis mindestens
Mitte September.
Grötsch, der Roßberg gestern ein Gespräch mit der Spitze
der CDU-Fraktion Anfang Juli anbot, ließ offen, ob er seine Bewerbung
für den Posten des Wirtschaftsbürgermeisters aufrecht hält.
Die Bürgerinitiative OB für Dresden, für die
Roßberg antrat, will nach Angaben ihres Sprechers Dietrich Herrmann
weiter als Vermittler zwischen Parteien arbeiten und sieht in der
Dezernentenfrage ein Arbeitsfeld. Schrader und Grünen-Sprecher Andreas
Jahnel begrüßten das Angebot. SPD-Chefin Marlies Volkmer sagte,
man habe darüber noch nicht gesprochen. Sie hielt es unabhängig
davon für notwendig, dass die Parteien, die Roßberg im Wahlkampf
unterstützten, weiter zusammenarbeiten. PDS, SPD und Grüne hatten
sich im Januar erstmals überhaupt auf ein politisches Eckpunktepapier
verständigt.
An der CDU-Spitze steht derweil möglicherweise ein Wechsel an.
Kreis-Chef Dieter Reinfried sagte den DNN zur Frage, ob er beim
CDU-Parteitag im Oktober wieder kandidiert: Das wird von den
Konstellationen abhängen, die sich in den nächsten Tagen
ergeben. Was er konkret damit meint, mochte er nicht ausführen.
Reinfried ist seit 1990 CDU-Chef und hat sich wie Grötsch als
Wirtschaftsbürgermeister beworben.
Der zukünftige OB Roßberg hatte sich am Montag gegen eine
Dezernentenauswahl nach Parteibuch und gegen Versorgungsposten
ausgesprochen. Reinfried war Staatssekretär, bis ihn der neue
Umweltminister Steffen Flath im Januar 2000 in den einstweiligen Ruhestand
versetzte. Ein kalt gestellter beamteter Staatssekretär ist der
Staatskanzlei zufolge fünf Jahre lang über ein sogenanntes
Ruhegehalt abgesichert. Reinfried, Noch-OB Herbert Wagner, Fraktionschef
Grötsch und die Junge Union (JU) wollen heute Ausblicke in die
Zukunft geben. JU-Chef Christian Hartmann hat sich dafür
ausgesprochen, Wagner wie den Denkmalpfleger Hans Nadler zum
Ehrenbürger zu machen.
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