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Presseartikel zur OB-Wahl 2001
Görlitzer OB sauer: SPD warb mit ihm für
Roßberg
Karbaum: Keine Zustimmung / Parteichefin Krehl bedauert
Die Oberbürgermeisterwahl ist zwar gelaufen, zeigt aber Nachwehen.
Der parteilose Görlitzer Oberbürgermeister Rolf Karbaum hat
gestern Kritisiert, dass sein Bild und sein Name in einer Anzeige der
sächsischen SPD für Ingolf Roßberg erschienen ist. Das ist
nach seiner Darstellung ohne seine Zustimmung geschehen. SPD-Sprecherin Eva
Brakelmann räumte mangelhafte Abstimmung ein.
Offensichtlich ist nicht intensiv genug nachgefragt worden,
sagte sie. Die Landesvorsitzende Landeschefin Constanze Krehl habe
inzwischen mit Karbaum gesprochen und bedauere die Sache
zutiefst. Ein Zerwürfnis gebe es nicht, sagte
Brakelmann.
Nach Angaben der Pressestelle der Stadt Görlitz hat Karbaum erst am
Mittwoch von der am 22. Juni erschienenen Anzeige erfahren, in der es unter
anderem heißt: Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem
Dresdner Oberbürgermeister Ingolf Roßberg. Unter dieser
Aussage sind die Köpfe von Karbaum, Leipzigs OB Wolfgang Tiefensee und
SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Jurk zu sehen. Tiefensee und Jurk hatten
sich auch an anderer Stelle hinter Roßbergs Kandidatur gestellt.
Karbaum saß als Parteiloser von 1990 bis 1998 in der SPD-Fraktion im
Görlitzer Stadtrat und wurde mit Unterstützung der
Sozialdemokraten 1998 zum Oberbürgermeister gewählt. Durch die
Pro-Roßberg-Anzeige mit seinem Foto betrachtete er das
kollegiale Verhältnis zum derzeitigen Dresdner
Oberbürgermeister Herbert Wagner außerordentlich belastet.
Er achte und schätze Wagner als sachkompetenten und stets um
Ausgleich bemühten Menschen. Der Veröffentlichung
hätte er unter keinen Umständen zugestimmt. Nach Angaben aus der
SPD-Landtagsfraktion hatten die Sozialdemokraten auch den Chemnitzer OB
Peter Seifert um Unterstützung gebeten. Der aber soll es abgelehnt
haben, für Roßberg zu werben.
In Briefen an Wagner, die CDU-Landtagsfraktion sowie an den
Sächsischen Städte- und Gemeindetag bedauert Karbaum nach eigenen
Worten die Wahlanzeige. Nach Angaben der Pressestelle im Görlitzer
Rathaus beabsichtigt er aber keine Klage vor Gericht gegen die SPD.
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