Presseartikel zur OB-Wahl 2001

Ordnungsdezernent will sich nicht ausbooten lassen

Ihme weist Kritik zurück und hält Bewerbung aufrecht

Bernd Ihme (CDU), Dezernent für Ordnung und Sicherheit, will nicht hinnehmen, dass er in Plänen für die künftige Bürgermeisterriege nicht mehr vorkommen soll. Kritik an seiner Arbeit wies er zurück. Aus CDU-Kreisen war zu hören gewesen, er habe zu wenig bewegt. „Das ist für mich eine unwahrscheinliche Enttäuschung“, sagte Ihme gestern unserer Zeitung. Man habe mit ihm darüber nicht gesprochen. Seinem Dezernat, das er seit 1990 leitet, bescheinigt er, es habe „ausgezeichnete Ergebnisse erzielt und viel bewegt“. Seine Bewerbung für weitere sieben Jahre als Ressortchef halte er mit Nachdruck aufrecht.

Eine Ordnungsbehörde habe sich jedem Bürger und auch jeder Fraktion gegenüber gleich zu verhalten, äußerte sich Ihme in einer gestern vorgelegten Bilanz. „Natürlich gibt so etwas Spannungen, in Einzelfällen auch im eigenen ,Lager', denn dort wie auch gegenüber den anderen mussten bestimmte Begehrlichkeiten und Privilegien abgelehnt werden.“ Bisherige Reaktionen bescheinigten ein ausgleichendes und korrektes Verhalten, schreibt Ihme.

Die CDU-Fraktion wies gestern offiziell Berichte über angeblich interne Personalentscheidungen zurück. Die Fraktion werde sich an dem Verfahren innerhalb der Findungskommission des OB zur Dezernentenwahl beteiligen. Dabei herrsche Konsens, ab Ende Juli unter Einbeziehung des zukünftigen OB Roßberg zu beraten. Die Fortsetzung der Koalition mit der FDP/DSU-Fraktion werde sich auch in der Besetzung der Dezernenten spiegeln. Ein buntes „Parteien-Holding-Gemisch“ lehnte Fraktionspressesprecher Jürgen Eckoldt ab. Fraktionschef Michael Grötsch, nach DNN-Informationen künftiger Kreisvorsitzender der CDU, halte seine Bewerbung als Wirtschaftsdezernent aufrecht.

Die Grünen-Fraktion im Stadtrat forderte erneut ein eigenständiges Dezernat für Umwelt und Kommunalwirtschaft, das derzeit nicht vorgesehen ist. Ein solches Dezernat gehört nach Ansicht von Fraktionssprecherin Eva Jähnigen „unbedingt zu einer modernen Verwaltung“.

Die Fraktionschefs vereinbarten gestern mit OB Wagner, der sich heute mit Roßberg trifft, den weiteren Zeitablauf. Demnach wählt der Stadtrat die Dezernenten am 23. August, nicht wie bisher geplant am 9. August.

Dresdner Neueste Nachrichten (Stefan Alberti) 30. Juni 2001

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