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Presseartikel zur OB-Wahl 2001
Wahleinspruch gefährdet OB-Wechsel im Rathaus
Stadtrat kann Roßberg vorerst zu Amtsverweser
machen
Ein paar Briefzeilen an das Regierungspräsidium (RP) sorgen offenbar
dafür, dass Ingolf Roßberg erst später
Oberbürgermeister werden kann. Ein durch frühere Schreiben
amtsbekannter Dresdner ficht darin mit eher skurriler Begründung die
OB-Wahl an. Über einen solchen Einspruch muss laut Wahlleiter
Wolf-Dieter Müller vor dem Amtsantritt rechtskräftig entschieden
sein zuerst beim RP, zuletzt möglicherweise beim
Oberverwaltungsgericht. Herbert Wagners Zeit als OB endet am 31. Juli.
Müller: Auf jeden Fall kann er am 1. August seine Amtskette
keinem anderen übergeben. Dennoch könnte Roßberg
zügig Rathauschef werden, wenn ihn der Stadtrat am 9. August zum
Amtsverweser wählt, einer Art Verwalter.
In diesen Posten könnte der bürgerlich dominierte Stadtrat statt
dessen auch einen anderen bringen. CDU-Fraktionschef Michael Grötsch
sah darin allerdings wenig Sinn. Amtszeit ginge Roßberg durch einen
anderen Verwalter nicht verloren: Er ist für sieben Jahre
gewählt, und diese Periode beginnt erst, wenn er Chef im Rathaus ist.
Zur Qualität des Einspruchs und seines Urhebers sagte Grötsch:
So etwas muss ein demokratisches System aushalten.
Eine endgültige Meinung gibt es in der CDU-Fraktion noch nicht. Ihr
Geschäftsführer und Pressesprecher Jürgen Eckoldt machte
gestern gegenüber den DNN deutlich, dass er Roßberg nicht
wählen werde. Um ihn aber auch nicht zu verhindern, wolle er sich in
der Amtsverweserfrage der Stimme enthalten.
Skurril: Der Wahlanfechter will Roßberg gerade nicht verhindern,
sondern Wagner schnellstens aus dem Amt haben. Das hatte er schon nach der
OB-Wahl 1994 erfolglos versucht. Nach seinen Vorstellungen soll der
Regierungspräsident Roßberg schnellstens als Amtsverweser
einsetzen. Zudem fordert er vom RP, auch den Stadtrat von seinen Aufgaben
zu entbinden.
Roßberg, derzeit noch Dezernent in Wuppertal, will sich am Sonnabend
in Dresden mit der Sache befassen.
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