Presseartikel zur OB-Wahl 2001

Jedes noch hängende Plakat kostet zehn Mark

Gemeindearbeiter entsorgen vergessene Sprüche

Der Wahlkampf in Dresden hatte extreme Ausmaße angenommen – an Anzahl und Verschiedenartigkeit der Plakate hat die Stadt lange nichts Vergleichbares erlebt. Was das Aufräumen der Hinterlassenschaften des Dresdner OB-Wahlkampfs angeht, schenken sich Parteien nichts: Die Plakate, die noch immer – zehn Tage nach der Wahl – im Stadtgebiet zu finden sind, stammen aus allen politischen Lagern. Ursache dafür ist, dass nicht jeder die Werbeträger abnimmt, der auch beim Anbringen mitgemacht hat. So wird zwangsläufig einiges vergessen.

Jedoch habe die Stadt schon wesentlich schlimmere Wahlkampf-Nachwehen erlebt, sagt beispielsweise Dietrich Ewers, Leiter des Ortsamts Altstadt. Die Parteien, Kandidaten und Initiativen hatten bis Mittwoch vergangener Woche Zeit, ihre Plakate abzuhängen. Das Gros sei erst zum Wochenende hin beseitigt worden, sagt Ewers.

Seit dieser Woche räumen Gemeindearbeiter in den verschiedenen Stadtvierteln die Reste weg, die von den Parteien vergessen wurden: bis zu 20 Plakate täglich allein im Bereich Altstadt. „Zehn Mark (5,11 EUR) stellen wir den Parteien dafür je entsorgtem Plakat in Rechnung“, sagt Dieter Hörnig, vom Ortsamt Altstadt.

Weniger problematisch ist die Situation etwa in Klotzsche, Cotta oder etwas weiter außerhalb in Leuben. Doch auch hier begegnen einem ab und an politische Findlinge.

Sächsische Zeitung (Alexander Schneider) 5. Juli 2001

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