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Presseartikel zur OB-Wahl 2001
Was wird aus Wagners Kameraden?
Amtsleiter verschenkt Rotwein für ´nen Job bei
Roßberg!
Herbert Wagner ade! Eine Ära geht in Dresden zu Ende. 11 Jahre
regierte der CDU-OB. Jetzt steht der Machtwechsel an. In Ämtern und
Eigenbetrieben der sächsischen Hauptstadt geht die Angst um. Wer
behält nach dem Antritt von Ingolf Roßberg seinen Job und wer
nicht? Die Freunde Wagners müssen kämpfen. Auch mit Methoden der
Bestechung. Ein Amtsleiter stand bei Roßberg bereits mit
einem guten Rotwein vor der Tür, um den neuen Chef für sich zu
begeistern. Wer zittern muss, sz-online verrät es
Ihnen
.
Die Namen der Wackelkandidaten werden derzeit nur hinter vorgehaltener
Hand genannt. Doch im Umfeld des künftigen OB laufen bereits Planungen
für Neubesetzungen. Auf der Liste stehen unter anderem die Leiter des
Straßen- und Tiefbauamts, des Stadtplanungsamtes und der Leiter
Eigenbetriebe Sportstätten und Bäder. Ein weiterer Leiter, der
des OB-Büros, soll jedoch bleiben. Ingolf Roßberg in der letzten
Woche: Karl Geiselbrecht will ich behalten. Doch das ist keine
Auszeichnung! Denn Geiselbrecht hat sich eigentlich als Verwaltungschef
beworben. Geiselbrecht: Ich halte meine Bewerbung aufrecht.
Langjährige berufliche Praxis qualifiziert mich.
Ingolf Roßberg will keinen Kahlschlag. Doch Veränderungen sind
nach 11 Jahren CDU-Regentschaft in Dresden unumgänglich. Der neue OB
gegenüber sz-online: Für mich zählt die fachliche
Eignung, nicht die Parteizugehörigkeit. Wird ein Job frei, gibt es
eine Ausschreibung. Ich muss zugeben, ich habe mit mehreren Mitarbeitern so
meine Probleme. Mit einigen handelnden Personen kann man so nicht weiter
arbeiten. Bei der Umstrukturierung müssen alle mitziehen! Dabei
zählen für mich die drei Punkte: Integrität, Loyalität
und Kompetenz. Diese Richtlinien sagen alles über meine Haltung aus.
Da kann sich jeder selbst ausrechnen, ob er dazu gehört. Bereits am
Tag meiner Ernennung am 1. August habe ich ein
Führungskräftetreffen mit allen Amtsleitern und Leitern der
Eigenbetriebe angesetzt. Dafür brauchen wir zwar einen Festsaal, aber
egal. In den Wochen danach reise ich durch die Behörden und
Ortsämter.
sz-online fragte bei einigen Amtsleitern nach, ob sie schon etwas
über die Diskussion um ihre Posten gehört haben oder bereits neue
Angebote in Aussicht sind.
Stephan Pfeffer, Leiter des Stadtplanungsamtes, will gar nicht erst mit
sz-online sprechen. Ahnt er bereits Schlimmes? Für ihn antwortet sein
Dienstherr, Baudezernent Gunter Just. Er hat nichts zu befürchten,
scheidet als Dezernent aus. Just: Herr Pfeffer wäre schön
blöd, wenn er sich jetzt äußern würde. Er wird sich
hüten, eine Stellungnahme abzugeben. Richtig ist, dass es hier einige
Änderungen geben wird. Ich gehe, ein neuer OB kommt. Da kann sich
einiges anders entwickeln in diesem Haus. Aber Herr Pfeffer wird
keinesfalls aus eigenem Antrieb gehen.
Harald Claußnitzer, Leiter Eigenbetrieb Sportstätten und
Bäder: Mir ist es egal, wer OB ist. Ich habe mich für den
Posten beworben, dabei bleibt´s. Noch ist keine Entscheidung gegen oder
für mich gefallen. Ich warte ab. Deshalb habe ich mich auch noch nicht
um einen anderen Job gekümmert.
Empörung bei Reinhard Koettnitz, Leiter des Straßen- und
Tiefbauamts: Was soll das denn? Was für eine unsinnige Frage.
Meine Aufgabe ist es, umzusetzen, was die Politik will. Ich mache nur das,
was mir gesagt wird. Was ich will, ist nicht entscheidend. Ich möchte
nur gesund bleiben. Hier geht es um persönliche Schicksale, nicht um
Posten.
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