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Presseartikel zur OB-Wahl 2001
Headhunter Roßberg sucht Pressesprecher
Neuer Oberbürgermeister bastelt an seinem Küchenkabinett
Zehn Tage bis Amtsantritt
Wer Dezernent wird, kann der künftige Oberbürgermeister Ingolf
Roßberg (FDP) nur indirekt beeinflussen, weil hier der Stadtrat
entscheidet. Gestalten kann er hingegen sein unmittelbares Umfeld, in der
Politik gern Küchenkabinett genannt. Nach jetzigem Stand will er am
OB-Büroleiter seines Vorgängers Herbert Wagner festhalten und
sich den engsten Mitarbeiter von Umwelt- und Kulturbürgermeister Klaus
Gaber (Grüne) als Referenten hinzuholen. Noch offen ist eine zentrale
Position: Ich suche einen Pressesprecher, sagte Roßberg
den DNN.
Wagner-Bürochef Karl Geisselbrecht (58) bestätigte, dass
Roßberg ihm angeboten hat, auch sein Büro zu leiten. Das
empfinde ich erstmal als positiv und als Wertschätzung meiner Arbeit.
Denn er wird sich ja keinen Trottel ins Büro holen, sagte
Geisselbrecht den DNN. Dass er dennoch an seiner Bewerbung für den
Posten des Verwaltungsbürgermeisters festhält, soll kein Zeichen
gegen Roßberg sein: Wenn man sich nicht bewirbt, kann man
nichts werden. Die Bewerbungsfrist für die
Bürgermeisterposten war bereits vor dem ersten OB-Wahlgang
ausgelaufen.
Während Roßberg ihn halten will, soll in Zukunft ein anderer
als der bisherige Rathaussprecher Ulrich Höver (38) sein Sprachrohr
nach außen sein. Der neue OB sucht in diesen Wochen von Wuppertal und
Dresden aus quasi als Headhunter einen Pressesprecher. Höver
könne nicht mehr die Vertrauensstellung haben, die er bislang bei OB
Wagner hatte, sagte Roßberg, der mit ihm bereits darüber
gesprochen haben will. Höver, noch bis Montag im Urlaub, ist seit 1991
OB-Sprecher und Chef des Amts für Presse und
Öffentlichkeitsarbeit. Beide Funktionen sind auch auf Bundes- und
Landesebene gekoppelt: Kanzler-Sprecher Uwe-Carsten Heye ist zugleich Chef
des Bundespresseamts, der sächsische Regierungssprecher Michael
Sagurna auch Staatssekretär und Medienbeauftragter des Freistaats.
Anders als bei einem Regierungswechsel in Berlin aber kann Roßberg
nicht einfach Amtsleiter wie Höver auf städtische Kosten in den
vorläufigen Ruhestand schicken. Er denkt offenbar daran, die beiden
Jobs Sprecher und Amtsleiter zu entkoppeln. Das
wäre wahrscheinlich das mindeste, ist dazu von ihm zu
hören. Mehr mag er nicht sagen, Namen nicht nennen. Der vielfach als
neuer OB-Sprecher gehandelte Journalist Stephan Trutschler, im OB-Wahlkampf
Roßbergs Sprecher, steht offenbar nicht auf seinem Zettel. Er war
gestern nicht zu erreichen.
Wie Höver war auch Roßbergs zukünftiger persönlicher
Referent Peter Teichmann (44) gestern noch in Urlaub. Er ist seit 1994
enger Mitarbeiter von Bürgermeister Gaber und war vorher zu
Roßbergs Zeit als Stadtentwicklungsdezernent finanzpolitischer
Sprecher der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung. Gaber sprach
von einer klugen Entscheidung Roßbergs und einem ehrenvollen Aufstieg
für Teichmann, der politisches Gespür und große
Vermittlungsfähigkeiten besitze. Seinen Wechsel betrachtete er als
einen erheblichen Verlust für sein Dezernat.
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