|
Presseartikel zur OB-Wahl 2001
Die Karten sind gemischt, gelten die Regeln noch?
Poker um die Dezernenten / 3. August nächste Runde
Wer wird künftig mit dem neuen OB Ingolf Roßberg (FDP) die
Rathausgeschicke leiten? Noch ist in diesem Pokerspiel alles sogar
die Regeln offen. Der Stadtrat hatte zwar vor der Ausschreibung der
Posten die Aufteilung der Dezernate beschlossen. Doch wir halten eine
erneute Diskussion über Strukturen für dringend notwendig,
sagt Grünen-Sprecherin Eva Jähnigen. Die Bereiche Jugend, Sport,
Schulen, Kommunalwirtschaft und Umwelt seien zu wenig beachtet. Das sieht
CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Grötsch völlig anders:
Dadurch, dass Roßberg gewählt wurde, hat sich doch nichts
an dem Kräfteverhältnis und der Mehrheitskoalition
geändert, sagt er. Die Bürgermeister werden vom Stadtrat
gewählt, in dem haben CDU und FDP/DSU nun mal die Mehrheit.
Einen Kultur- und Umweltdezernenten wird es mit uns nicht
geben, sagt Grötsch. Seine Fraktion beschloss vorige Woche auf
einer Sondersitzung, Kandidaten für alle Dezernate unter die Lupe zu
nehmen und sie zu Gesprächen zu bitten. Und sicher werde der FDP-Mann
Roßberg auch einen FDP-Bewerber berücksichtigen. Grötsch:
Aber es wäre töricht, jetzt Namen zu nennen.
Am 3. August tagt die sogenannte Findungskommission wieder. Dann hoffen
die Stadträte aller Fraktionen, auch die Meinung von Roßberg zu
hören. Der hüllt sich bisher bei diesem Thema in Schweigen.
Derzeit führt Dresdens erster Bürgermeister Klaus Deubel (SPD)
im Rathaus die Geschäfte. Er soll nach Meinung der SPD auch im Amt
bleiben. Wir hätten ganz gern auch noch einen zweiten
Dezernenten, sagt Siegfried Gäbel (SPD). Die Grünen
möchten ihren Umweltbürgermeister Klaus Gaber auch in Zukunft an
der Rathausspitze sehen. Die PDS, zweitstärkste Fraktion im Stadtrat,
erwartet entsprechend der Gemeindeordnung, wenigstens einen
Bürgermeisterposten mit einem Kandidaten ihrer Wahl besetzen zu
können. Dabei machte es die PDS Roßberg sogar recht leicht: Sie
schlug Karl Geisselbrecht, parteiloser Bürochef von OB Herbert Wagner,
für das Verwaltungsdezernat vor. Doch Roßberg möchte
Geisselbrecht lieber als Bürochef behalten.
Das Verwaltungsdezernat will er ganz abschaffen und Personalfragen
zur Chefsache machen. Finanzbürgermeister Hanspeter Stihl ist bereits
gewählt. Gaber, Deubel und CDU-Kandidaten was bleibt uns denn
dann noch? fragt Christine Ostrowski (PDS).
Nächster
Artikel: Endgültig: Roßberg kann Mittwoch als OB anfangen
Vorheriger
Artikel: Headhunter Roßberg sucht Pressesprecher
Übersicht: Alle Artikel
|