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Presseartikel zur OB-Wahl 2001
Roßberg will Umweltdezernat durchsetzen
Koalitionschefs lehnen ab Rechtslage strittig
In der Führungsmannschaft des Rathauses soll es doch noch einen
Umweltdezernenten geben. Dafür würde das Verwaltungsdezernat
wegfallen. Der künftige Oberbürgermeister Ingolf Roßberg
(FDP) will an seinem ersten Arbeitstag am 1. August eine solche Vorlage
unterschreiben. Anwärter auf den Posten wäre der jetzige
Bürgermeister Klaus Gaber (Grüne). Da der Stadtrat die
Dezernatsstruktur ohne Umweltdezernat bereits im März
festgelegt hat, ist die Rechtslage strittig. Roßberg geht davon aus,
dass dem März-Beschluss nach dem OB-Wechsel die Basis fehlt. Die Chefs
der bürgerlichen Koalition bestreiten diese Auffassung.
Roßberg beruft sich auf die Gemeindeordnung, die in diesem Fall ein
Einvernehmen zwischen Stadtrat und OB vorschreibt. Liegt das nicht vor,
kann der Stadtrat sich nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gegen den OB
durchsetzen. Die Mehrheit der bürgerlichen Koalition 38 zu 33
Stimmen reicht dazu nicht aus. Roßberg hatte im Wahlkampf
angekündigt, angesicht der Bedeutung von Umweltbelangen an einem
eigenständigen Dezernat festzuhalten.
Dieses besagte Einvernehmen, das bei der eigentlichen Wahl der Dezernenten
nicht erforderlich ist, bestand bei der Abstimmung im März zwischen
Koalition und CDU-Mann Herbert Wagner als Rathauschef. Roßberg aber
ist anders als Wagner dagegen, das Umweltdezernat abzuschaffen
folglich sei das nötige Einvernehmen nicht mehr gegeben. Eva
Jähnigen, Grünen-Fraktionssprecherin und Verwaltungsrechtlerin,
teilt seine Auffassung: In der Gemeindeordnung sei der gewählte OB
gemeint, den die Sache betrifft.
Roßbergs Sicht: Folgt der Stadtrat ihm nicht, müsste die
bürgerliche Koalition ihre Dezernatsstruktur nochmals abstimmen
lassen, könnte sich aber ohne Zwei-Drittel-Mehrheit nicht durchsetzen.
Die Folge wäre ein Vakuum, das die Dezernentenwahl aufschieben
würde. Die siebenjährige Amtszeit der bisherigen Dezernenten
läuft Mitte September aus.
Laut Roßberg hat das städtische Rechtsamt die Sache
geprüft und teilt seine Sichtweise. Das Amt selbst war gestern
Nachmittag nicht mehr zu erreichen. Michael Grötsch, Chef der
CDU-Fraktion und wie Jähnigen Rechtsanwalt, hielt sein Denken für
abwegig. Falls Roßbergs Forderung nach einer Änderung
Umwelt statt Verwaltung keine Mehrheit findet, bleibe es bei der
jetzigen Situation. Daran zu rütteln, sieht er keinen Grund:
Sachlich-fachlich hat sich für uns nichts
geändert.
Ähnliches ist von Jan Mücke zu hören, dem mit einigen
Jura-Semestern belasteten FDP/DSU-Fraktionschef. Wir werden das nicht
mittragen. Er hält es den Bewerbern auf die Dezernentenposten
gegenüber für unfair, nun die Ausschreibung zu verändern.
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