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Presseartikel zur OB-Wahl 2001
Roßberg steht vor erster Kraftprobe mit der Union
Streit über Wahltermin für künftige Dezernenten
Die Amtskette, seit 1892 Schmuckstück Dresdner
Oberbürgermeister, hat einen neuen Träger: Herbert Wagner (CDU)
übergab sie gestern an den neuen Oberbürgermeister Ingolf
Roßberg (FDP).
Doch nach dem artigen Händeschütteln kommt auf Roßberg der
erste Ärger zu. Die Wahl der künftigen Bürgermeister durch
den Stadtrat wird zur ersten Kraftprobe zwischen dem OB und der CDU.
Unmittelbar vor seinem Amtsantritt hatte Roßberg den Ratsfraktionen
mitgeteilt, dass er das Verwaltungsdezernat abschaffen und dafür das
Umweltdezernat erhalten will. Das setzt allerdings eine neue Ausschreibung
voraus. Deshalb solle die Wahl der Bürgermeister erst am 13. September
erfolgen.
Im April hatte der Stadtrat aber eine andere Aufteilung der Dezernate
beschlossen. Außerdem sollen die neuen Bürgermeister im August
gewählt werden, rechtzeitig vor dem Ausscheiden von fünf
Amtsinhabern. Bernd Ihme (CDU), Klaus Deubel (SPD), Wolf-Dieter Müller
(CDU), Gunter Just (SPD) und Rolf Wolgast (SPD) müssen im September
gehen, Umweltbürgermeister Klaus Gaber (Grüne) im November.
Finanzbürgermeister Hanspeter Stihl (CDU) wurde erst 1999 für
sieben Jahre gewählt, er bleibt bis 2006 im Amt.
Roßbergs Vorschlag ist willkürlich. Wir sehen keinen
Grund, das zu unterstützen, sagt CDU-Sprecher Jürgen
Eckoldt. Außerdem wäre eine neue Ausschreibung unfair
gegenüber den bisherigen Bewerbern. Deshalb will die CDU, dass
wie beschlossen am 23. August gewählt wird. Sie reichte
gestern einen Gegenantrag zum Roßberg-Vorschlag ein.
Hinter den Kulissen tobt auch schon der Streit, wieviele Dezernenten jede
Partei bekommt. Vor der OB-Wahl hatte CDU-Fraktionschef Michael
Grötsch keinen Hehl daraus gemacht, dass er am liebsten alle Dezernate
mit Kandidaten aus der CDU/FDP/DSU-Koalition besetzen wollte, die im
Stadtrat seit 1999 die Mehrheit hat.
Roßberg bot der Union jedoch nur drei Dezernate an. Dafür will
er auch alle anderen Parteien berücksichtigen. So hatten ihn FDP,
Grüne, PDS und SPD bei seiner Wahl unterstützt.
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