Waldschlößchenbrücke – Presse-Artikel

Artikel aus: Sächsische Zeitung (Thilo Alexe) 26. März 2003

„Nicht vorstellbarer Bau“

Bürgerinitiative ermuntert Dresdner zum Widerstand gegen Waldschlößchenbrücke

Von Thilo Alexe

Der Protest gegen die Waldschlößchenbrücke erhält neue Nahrung. Bei Kaffee und Schokoladenkeksen präsentierte sich gestern eine neu formierte Bürgerinitiative, deren Protagonisten den Bau der umstrittenen Verbindung über die Elbe ablehnen. „Die Brücke ist für mich nicht vorstellbar“, sagt der parteilose Stadtrat Wolfhard Pröhl, der im vergangenen Jahr noch der Grünen-Fraktion angehörte. Der Politiker kleidet seine Kritik in drastische Worte. Von einer „kleinen Schweinerei“ spricht er, die jetzt durchgehen könnte – falls sich nicht mehr Widerstand der Dresdner anbahnt.

Die Bemerkung verrät latenten Unmut darüber, dass das Engagement der Bürger zur Verhinderung des 1996 im Stadtrat äußerst knapp beschlossenen Projekts eher gering ist. „Vielen hängt das Dauerthema schon zum Hals heraus“, vermutet Friedrich Boltz von der Bürgerinitiative. „Andere fühlen sich schlecht informiert.“

Damit soll nun Schluss sein. Im Internet, mit Flugblättern sowie bei Sprechstunden im Stadtteilhaus auf der Prießnitzstraße will die Initiative dieses Defizit beseitigen. Trotz manch überzogenener Formulierungen klingen die Argumente gegen den Brücken-Bau gewichtig.

Warnung vor Lärm- und Luftbelastung

Der frühere Umweltbürgermeister Klaus Gaber listet einen ganzen Katalog auf. Erster Knackpunkt: Die Brücke wird nach seiner Einschätzung nicht wie ursprünglich gedacht den Nahverkehr attraktiver machen. Statt Straßenbahnen rollen, glaubt man seinen Befürchtungen, vor allem Lastwagen und Autos über das Bauwerk: Daraus resultiert nach Auffassung der Bürgerinitiative das zweite Problem: Die Brücke dürfte mit bis zu 65 000 Fahrzeugen täglich zur Schlagader für den Schwerlastverkehr werden, der auf die Autobahnen drängt.

Das zöge wiederum Lärm- und Abgasprobleme nach sich, von denen auch das Herzzentrum auf der Fetscherstraße sowie Stadtteile wie Striesen und Gruna betroffen sein dürften. Zudem müsste die klamme Stadt bis zu 50 Millionen Euro für den Bau zuschießen. Die Initiative ermuntert Bürger, beim Regierungspräsidium bis 24. April formlos Einwände einzureichen: „Bei 20 000 könnte sich etwas ändern“

Informationen unter 0160/5 42 31 52 oder im Netz: www.leben-in-dresden.de

Artikel aus: Sächsische Zeitung (Thilo Alexe) 26. März 2003

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