Waldschlößchenbrücke – Presse-Artikel

Artikel aus: Sächsische Zeitung (kle) 10. April 2003 und 10. April 2003

Abriss für den Brückenschlag / Lächerliche Argumentation

CDU will Planungen beschleunigen / PDS hält Projekt für nicht genehmigungsfähig

Während die Planungen für die Waldschlößchenbrücke im Regierungspräsidium geprüft werden, will die Stadt schon mit dem Feinschliff beginnen. So soll keine Zeit verloren werden. Heute entscheidet darüber der Stadtrat.

„Ich halte das für einen April-Scherz und für noch mehr herausgeschmissenes Geld. Die Brücke kann niemals genehmigt werden“, sagt PDS-Stadtrat André Schollbach. Bereits 2000 habe das Regierungspräsidium das Planungsverfahren gestoppt, weil Grenzwerte drastisch überschritten wurden. Jetzt gebe es noch eine viel größere Überschreitung, behauptet Schollbach. „Das wollen wir erst einmal abwarten. Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Wir müssen dann eben entsprechende Maßnahmen treffen“, sagt hingegen Hans-Joachim Brauns von der CDU-Fraktion. Er sieht die PDS-Aktion nur als ein „letztes Aufbäumen der Brückengegner“.

Neben den Feinplanungen bereitet die Stadt auch den Abriss eines ehemaligen Stasi-Gebäudes an der Bautzner Straße vor. Hier müssen zunächst die Mietverträge gekündigt werden. Auch eine Trinkwasserleitung muss vor dem Brückenbau verlegt werden.

Heute endet die Frist, in der die Brückenunterlagen öffentlich ausliegen. Bis 24. April können noch Einwendungen erfolgen. (SZ/kle)

Leserbriefe in der Sächsischen Zeitung (10.04.2003)

Lächerliche Argumentation

Den rationalen Argumenten Herrn Michael Grötschs für den Bau der Waldschlößchenbrücke (SZ vom 7.4.2003) ist kaum etwas hinzuzufügen. Hingegen sind die Äußerungen der Brückengegner mehr oder weniger lächerlich. Das Gerede von der „… tödlichen Wunde …“ ist so ähnlich vor dem Bau des Blauen Wunders bemüht worden . Und die scheinbar rationalen Darlegungen? In den vergangenen Tagen sind viele richtig stellende Argumente von Brückenbefürwortern in der SZ zu lesen gewesen – ich kann und möchte sie nicht alle wiederholen! Daher nur drei Bemerkungen. Wenn nach einem Dreiviertel Jahrhundert mal wieder in Dresden eine Stadtbrücke gebaut wird – nach grundlegenden sozialen, wirtschaftlichen und zivilisatorischen Veränderungen in diesem Zeitraum – so kann sie doch wohl nicht aus der Portokasse bezahlt werden. Wenn sie effektiv sein soll! Die Loschwitzer Elbbrücke (Blaues Wunder) ist schließlich in Verlängerung der Grundstraße gebaut worden und nicht ein bis drei Kilometer flussauf- oder abwärts. Und natürlich ist dann von der neuen Brücke etwas zu hören. Dafür nehmen Staus und Belastungen an den benachbarten Brückenköpfen mit Sicherheit ab.
Frank D. Skaloud, 01237 Dresden

Zum Politikum degradiert

Noch ist es nicht zu spät, sich dem politischen Druck von Landesregierung und Ex-OB Dr. Wagner zum Bau dieser Brücke im Interesse kommender Generationen zu widersetzen. Wurde die Planung einer neuen Elbbrücke in Dresden von Anfang an vorrangig zu einem Politikum degradiert, gilt es jetzt in fairer sachlicher Abwägung, den Bau dieser Brücke zu unterbinden. All diese juristischen und demagogischen Tricks bis hin zum Weggang von Bürgermeister Just wurden erforderlich, da die Illusionen einer autogerechten Stadt den ökonomischen und ökologischen Fakten nicht stand hielten. Fazit: Die beiderseits des Flusses sich dehnende Stadt braucht Brücken zur Verflechtung der Ufer, aber nicht vorrangig um Fernverkehrsverbindungen durch ein innerstädtisches Autobahndreieck zu kürzen. Die Investitionskosten insbesondere aber die sich hieraus ableitenden Betriebs- und Unterhaltungskosten stehen in keinem verträglichen Verhältnis zum Nutzen der Waldschlößchenbrücke. Sie belasten kommende Generationen aufs Unerträgliche und verhindern notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur Dresdens mit dem Bau einer kostengünstigen Elbbrücke.
Christian Voigt, 01277 Dresden

Demokratie kostet

Es ist zum K…, man mag es nicht mehr hören! Wieder hat sich ein Grüppchen gefunden, welches etwas am Konzept der Waldschlößchenbrücke zu bemeckern hat. Da sind doch nur private Interessen einiger „Gestriger“ im Spiel. Es ist schade, dass nicht schon früher die Brücke gebaut worden ist. Dann hätten wir die Waldschlößchenbrücke, eine Menge Geld gespart und keiner würde sich über das Thema streiten. Warum hat die Stadtverwaltung in Dresden kein Rückgrat und legt ganz einfach den Bau der Brücke fest? Demokratie ist zwar eine feine Sache, die Menschen in Dresden aber für eine solche nicht reif, jeder versucht nur, „sein Süppchen zu kochen“. Diese Demokratie kostete uns viele Millionen. Können wir uns das bei leeren Kassen leisten? Manchmal wäre etwas „Diktatur“ schon sehr angebracht. Es ist höchste Zeit, mit dem Brückenbau zu beginnen. Der moderne Straßenverkehr braucht die Brücke!
H.-G. Nörkau, Dresden

Reine Profilierung

Es ist typisch Dresden, dass sich viele Quatscher und Verhinderer profilieren wollen, ohne den Willen der Mehrzahl zu akzeptieren. Die Waldschlößchenbrücke gehört nun endlich zu einem modernen Dresden.
Sieglinde u. Peter Loewe, 01109 Dresden

Schöne Brücke

Die neue Waldschlößchenbrücke passt wunderbar in die Elblandschaft. Es ist unmöglich, dieses Hick- Hack um den Bau zu verstehen. Da gibt es in Dresden ganz andere Probleme, um die sich die „Gegner“ kümmern sollten.
Fam. Franz, Dresden

Ruhe gestört

Mit der Brücke rollen täglich über 45 000 Fahrzeuge über die Bautzner Straße. Und das durch das Preußische Viertel, das eindeutig als Wohngebiet deklariert ist.
Katharina Preußer, 01099 Dresden

Artikel aus: Sächsische Zeitung (kle) 10. April 2003 und 10. April 2003

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