Waldschlößchenbrücke – Presse-Artikel

Artikel aus: Sächsische Zeitung (Katrin Saft) 8. Mai 2003

1.700 Einsprüche gegen die Waldschlößchenbrücke

Rathaus hofft trotzdem auf raschen Baubeginn

„Wissen schafft Brücken“, heißt es auf einem Plakat, mit dem die TU im Stadtgebiet wirbt. Ein Schelm, wer dabei an die Waldschlößchenbrücke denkt. Mit dem Schaffen nämlich könnte es in diesem Fall noch dauern. Laut Regierungspräsidium hagelte es über 1.700 Einsprüche gegen das Großvorhaben. Das sind mehr als dreimal so viele wie vor drei Jahren, wo es schon mal ein Planfeststellungs-Verfahren zur Brücke gab. Damals forderte die Aufsichtsbehörde von der Stadt, die Verkehrslösung am Neustädter Brückenkopf zu überarbeiten.

Das ist inzwischen zwar geschehen. Doch nach wie vor werden die Lärm- und Luftbelastungen für die Wohngebiete beidseits der Brücke kritisiert. Ein Großteil der Einwendungen richtet sich gegen die Verkehrs-Anbindung und die Gestaltung der Brücke. Sie sei überdimensioniert. Andere monieren die fehlende Straßenbahn, die Beieinträchtigung der Elblandschaft und die Belastung umliegender Gebäude während der Bauzeit. Auch gegen die enormen Kosten der Brücke von rund 129 Millionen Euro gibt es Einsprüche. Einige stellen das Bauwerk generell in Frage und fordern statt dessen einen Elbtunnel oder eine dritte Marienbrücke. Die Widerspruchsschreiben kamen nicht nur aus Dresden, sondern aus ganz Deutschland, ja sogar aus Argentinien und den USA.

Trotzdem bleibt Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) optimistisch, dass die Brücke kommt. „Nur zehn Prozent der Einwender ist unmittelbar vom Bau betroffen“, sagt er. Eine Vielzahl von Widersprüchen sei auf Vordrucken der Bürgerinitiative Waldschlößchenbrücke eingegangen.

Die Stadt erarbeitet jetzt eine Stellungnahme zu den Vorwürfen. Ende Juni/Anfang Juli lädt das Regierungspräsidium Verwaltung und Einwender zu einem Erörterungstermin. Im Frühherbst entscheidet die Aufsichtsbehörde über das Projekt. „Je nach Auflagen hoffen wir, Ende diesen, Anfang nächsten Jahres beginnen zu können“, sagt Feßenmayr. „Die Bauzeit beträgt zweieinhalb Jahre.“ Auch die Finanzierung sei gesichert.

Artikel aus: Sächsische Zeitung (Katrin Saft) 8. Mai 2003

Nächster Artikel: Noch ein Wettbewerb für die Waldschlößchenbrücke
Vorheriger Artikel: Abriss für den Brückenschlag / Lächerliche Argumentation

Zur Startseite Waldschlößchenbrücke.
Weiter zu den anderen Themen geht's über Leben-in-Dresden.de.