Waldschlößchenbrücke – Presse-Artikel

Artikel aus: Dresdner Neueste Nachrichten (Ralf Redemund) 12. August 2003

Brauerei-Pächter: Waldschlößchenbrücke gefährdet über hundert Arbeitsplätze

Frank Baumgürtel macht Front gegen die Waldschlößchenbrücke: Der bekannte Pächter des "Brauhaus am Waldschlößchen" befürchtet das Schlimmste. "Wenn die Brücke kommt, machen wir dicht. Dabei werden rund hundert Arbeitsplätze vernichtet."

Der Kampf gegen den Brückenbau hat nicht nur dadurch eine neue Dimension erlangt. Bislang waren es vornehmlich Denkmal- und Umweltschützer, die sich gegen die Brücke engagierten. Jetzt ziehen verstärkt Gewerbetreibende gegen das Bauwerk zu Felde. Am Donnerstag haben sie ihre Bedenken im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens im Regierungspräsidium geäußert. Mit prominentem juristischen Beistand: Der Münchner Rechtsanwalt Christoph Werner vertritt einige der Gewerbetreibenden, die im Umfeld der Brücke ihr Geschäft haben. Werner ist bundesweit bekannt geworden, weil er die Atomaufbereitungsanlage im niederbayerischen Wackersdorf mit verhindert hat. Werner beklagt die "schlechte und unvollständige Brückenplanung", warf dem Schadstoff-Gutachter vor, neue Berechnungsgrundlagen für krebserregende Staubpartikel nicht berücksichtigt zu haben und brandmarkte das Werk als "Gefälligkeitsgutachten, in dem die absehbare, eklatante Gesundheitsgefährdung der Anrainer in einer unverantwortlichen Leichtfertigkeit aufs Spiel gesetzt wird". In Dutzenden Anträgen fordert Werner Nachbesserungen, Prüfungen, neue und zusätzlich Messungen, die die bisherigen Planungskosten von über 13 Millionen Euro noch weiter in die Höhe treiben dürften.

Die Brücke zerstöre ihre Existenz, sagt Christiane Stulz, Inhaberin der Villa Stulz Wohnkultur. In dem während und nach dem Bau der Brücke zu erwartenden Lärm und Schmutz "werde ich keine Gartenmöbel mehr präsentieren können". Die Kundschaft werde ihre Villa Stulz, wenn überhaupt, nur noch auf Umwegen erreichen - und schließlich ganz wegbleiben, befürchtet sie.

Am Montag ist der wohl letzte Tag der Erörterung. Dann trägt Ex-Umweltbürgermeister Klaus Gaber seine Bedenken vor.

Artikel aus: Dresdner Neueste Nachrichten (Ralf Redemund) 12. August 2003

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