Waldschlößchenbrücke – Presse-Artikel

Artikel aus: Sächsische Zeitung (Katrin Saft) 12. August 2003

Heftiger Widerstand gegen Waldschlößchen-Brücke

Brauhaus sieht Existenz gefährdet / Klagen angekündigt

Die Anhörung zur Waldschlößchenbrücke dauert länger als gedacht. Schon neun Tage tragen die Brückengegner dem Regierungspräsidium ihre Bedenken vor. Für den Montag hat die Aufsichtsbehörde nun den letzten Erörterungstermin anberaumt. Neben der Grünen Liga wollen sich dann prominente Dresdner wie Ex-Umwelt-Bürgermeister Klaus Gaber (Grüne) und Ex-Baubürgermeister Gunter Just (SPD) zu Wort melden.

Immer wieder Prognosen angezweifelt

Nicht immer geht es bei der Anhörung sachlich zu. Oft kochen Emotionen hoch, werden Stadt-Mitarbeiter und Planer beschimpft. „Ich kann ja verstehen, wenn sich Anwohner beschweren, die durch die Brücke mehr Verkehr vor die Haustür bekommen", sagt Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU). „Ihnen muss durch Schutzmaßnahmen geholfen werden. Hier haben wir es aber mit organisiertem Widerstand zu tun, der ins Politische geht."

Immer wieder würden Prognosen angezweifelt und die Brücke in Frage gestellt. Feßenmayr: „Die Stadt hat sich nun mal in den letzten Jahren viel stärker nach Osten ausgedehnt. Was nützt da eine dritte Marienbrücke, wenn der Verkehr aus dem Osten weiter durch das Nadelöhr Innenstadt muss."

Gewerbetreibende indes kündigten am Freitag Klagen bis zu den höchsten deutschen Gerichten an, sollte die Waldschlößchenbrücke gebaut werden. Wirt Frank Baumgürtel zum Beispiel sieht die Existenz seines Brauhauses am Waldschlößchen gefährdet. Damit würden über 100 Arbeitsplätze vernichtet, sagt er.

Auch Christiane Stulz, Inhaberin der Villa Wohnkultur, fürchtet um ihr Unternehmen. „Angesichts von Lärm und Schmutz werde ich weder Garten-, noch hochwertige Möbel mehr präsentieren können", sagt sie. Hermann Bürgel, dem die Villa gehört, fühlt sich durch den Brückenbau enteignet und kündigt Schadenersatz-Forderungen an.

Das Regierungspräsidium rechnet erst in drei bis sechs Monaten mit einer Entscheidung über den Brückenbau. „Das hängt von den nötigen Nacharbeiten ab", sagt Sprecher Holm Felber. Im Extremfall kann die Aufsichtsbehörde die Planungen sogar ablehnen.

Artikel aus: Sächsische Zeitung (Katrin Saft) 12. August 2003

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