Waldschlößchenbrücke – Presse-Artikel

Artikel aus: Sächsische Zeitung 28. Oktober 2003

Kopfschütteln und Entsetzen über Mängelliste

Leonhardt: Feßenmayr muss zurücktreten

Für den Bau der Waldschlößchenbrücke fordert das Regierungspräsidium von der Stadt 42 Nachbesserungen (die SZ berichtete). Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) will sich erst heute äußern. So reagieren Dresdner Stadträte.

Jürgen Eckoldt (CDU): Wir können inhaltlich zum Nachforderungskatalog noch gar nichts sagen, fordern jetzt vom Oberbürgermeister eine Kopie des Schreibens. Wenn es stimmt, was dort stehen soll, ist es schockierend. Die Fehlerhaftigkeit in der Bearbeitung durch die Stadtverwaltung ist erschreckend. Wir haben mit 26 Beschlüssen ganz eindeutig unseren politischen Willen kundgetan. Der Stadtrat ist aber nicht verantwortlich für die Qualität der Bearbeitung in der Abteilung Mobilität der Stadtverwaltung.

André Schollbach (PDS): Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wie die Stadt solche Unterlagen zum Lärmschutz überhaupt einreichen konnte. Es ist sicher, dass das Verfahren scheitern muss. Die Verantwortung dafür liegt ganz klar bei der CDU-dominierten Stadtratsmehrheit. Sie hat trotz aller Probleme die Brücke durchgepeitscht. Es besteht dringender Klärungsbedarf. Wenn sich herausstellen sollte, dass tatsächlich mit geschönten Zahlen gearbeitet wurde, ist Baubürgermeister Herbert Feßenmayr in der Verantwortung.

Albrecht Leonhardt (SPD): Ich bin entsetzt, dass die Stadtverwaltung offensichtlich nicht in der Lage ist, ein genehmigungsfähiges Projekt beim Regierungspräsidium einzureichen. Das ist eine Katastrophe. Es geht nur noch zwischen der CDU und der Stadtverwaltung hin und her. Obwohl überall das Geld fehlt, wird munter weitergeplant. Kein Wunder, dass die Stadt pleite ist. Jetzt müssen personelle Konsequenzen gezogen werden. Feßenmayr muss zurücktreten.

Eva Jähnigen (Bündnisgrüne): Wir sehen uns in unseren Bedenken, dass die Brücke nicht genehmigungsfähig ist, bestätigt. Jetzt wird die Diskussion losgehen, wer dafür verantwortlich ist. Die Nachforderungen hat ganz klar die CDU zu vertreten. Ihre Abgeordneten können sich nicht herausreden, dass die Verwaltung das vor den Baum gefahren hat. Die jetzige blamable Fehlplanung ist Ergebnis der Beeinflussung durch die CDU-Fraktion. Politische Größe zeigt sich darin, dass man Fehler korrigiert. Das Projekt Waldschlößchenbrücke muss eingestellt werden.

Artikel aus: Sächsische Zeitung 28. Oktober 2003

Nächster Artikel: Rettet den Wachtelkönig – baut die Waldschlößchenbrücke!
Vorheriger Artikel: Brücken-Gau: Stadt muss Pläne nachbessern

Zur Startseite Waldschlößchenbrücke.
Weiter zu den anderen Themen geht's über Leben-in-Dresden.de.