Waldschlößchenbrücke – Presse-Artikel

Artikel aus: Sächsische Zeitung (Thilo Alexe) 25. Februar 2004

Grünes Licht für die Waldschlößchenbrücke

Regierungspräsidium bereitet Baurecht vor / Klage angekündigt

Das Regierungspräsidium wird nach SZ-Informationen noch diese Woche grünes Licht für die Waldschlößchenbrücke geben.

Noch haben sie gut lachen. Thomas Friedlaender von der Bürgerinitiative Waldschlößchenbrücke feiert mit seinen Verbündeten. Mit einer kräftigen Portion Ironie und einem Schlückchen Sekt zelebrieren sie gestern den Spatenstich für den Verkehrszug Großer Garten. Die humorvolle Persiflage auf ein politisches Ritual soll eine Warnung sein. Tenor: Wenn die Politik weiter auf Asphalt und Beton setzt, wird die Parkanlage bald von fünf Straßenzügen niedergewalzt.

Während sich die Gegner der Waldschlößchenbrücke zuprosten, feilt das Regierungspräsidium Dresden am Planfeststellungs-Beschluss für das rund 137 Millionen Euro teure Projekt. Das Dokument, mit dem Baurecht geschaffen wird, ist nach SZ-Informationen bereits fertig. Nur an Details wird noch gewerkelt. Was sich nach trockenem Verwaltungshandeln anhört, birgt eine ziemliche Brisanz. Denn wenn die Aufsichtsbehörde einen Beschluss fällt, heißt es, dass sie die Planungen der Stadt nicht zurückweist. Im Klartext: Die Bagger können anrollen.

Wahrscheinlich ist, dass das Präsidium den Bau mit Auflagen genehmigen wird. Die Stadt würde dazu verpflichtet, die Pläne an entscheidenden Punkten nachzubessern. Dazu dürfte der Lärmschutz zählen. Möglich ist auch, dass beim Thema Schadstoffe weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen. Details sind noch unklar.

Auch wenn die Dresdner Behörde offiziell nur bestätigt, dass sie voraussichtlich zum Ende der Woche die Entscheidung bekannt geben wird, dürfte das Votum intern bereits gefallen sein. „Die Genehmigung der Brücke würde mich nicht überraschen“, räumt selbst Rechtsanwalt Johannes Lichdi ein, der die Grüne Liga vertritt. „Wir haben das Verfahren bislang kritisch begleitet. Aus unserer Sicht ist die Brücke nicht genehmigungsfähig“, sagt der Jurist. Lärm- und Schadstoffbelastungen überschritten Prognosen und Gutachten zufolge die Grenzwerte teils erheblich. „Falls das Präsidium aber grünes Licht für den Bau gibt, prüfen wir eine Klage vor dem Dresdner Verwaltungsgericht“.

Die Proteste der Brückengegner haben in der vergangenen Wochen zugenommen. Rund zehn Initiativen wollen den Bau noch verhindern. Jüngstes Beispiel: die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt. Die Brücke, warnt sie gestern, bedeute „die radikale Abwertung“ von rund einem Viertel der 7 600 Wohnungen ihres Bestandes.

Artikel aus: Sächsische Zeitung (Thilo Alexe) 25. Februar 2004

Nächster Artikel: Letzte Chance der Gegner
Vorheriger Artikel: Aus Elbflorenz wird Elbturin

Zur Startseite Waldschlößchenbrücke.
Weiter zu den anderen Themen geht's über Leben-in-Dresden.de.