Waldschlößchenbrücke – Presse-Artikel

Artikel aus: Dresdner Neueste Nachrichten (Christoph Springer) 8. Mai 2004

Neues Gutachten soll RP-Beschluss jetzt aushebeln

Der längste Tunnel, den die "Haus-und-Hof-Gutachter der Stadt" bislang geplant haben, sei eigentlich nur eine besonders breite Brücke und eine Firma, die bisher Maulwurfshügel gebaut habe, schicke sich jetzt an, einen Wolkenkratzer hinzustellen. Mit solch drastischen Tönen begleitete Ulf Zabel, Sprecher der "Gruppe Gewerbetreibender im Waldschlößchenareal" am Freitag die Vorstellung eines neuen Gutachtens zur Tunnelvariante für die umstrittene Elbquerung. Fazit der Untersuchung, die die sieben in der Gruppe zusammengeschlossenen Firmeninhaber und die Grüne Liga in Auftrag gegeben haben: Ein Tunnel wäre nur etwa sieben Millionen Euro teurer als die derzeit favorisierte Brückenvariante, der Aufwand an Betriebskosten sogar annähernd gleich. Die "Haus-und-Hof-Gutachter" - das EIBS Entwurfs- und Ingenieurbüro für Straßenwesen GmbH aus Dresden - habe ein "falsches Gutachten" erstellt, es handele sich um ein "Gefälligkeitsgutachten" einer "fachlich überforderten Firma".

Ergebnis dieses Schriftstücks vom Dezember 2003 war die Feststellung, ein Tunnel sei etwa 25 Prozent teurer als die Brücke. Außerdem warnte Eibs unter anderem vor riskanten Baugrund- und Grundwasserverhältnissen sowie alter Munition, die dort liegen könnte. Die jährlichen Betriebskosten eines Tunnels seien mit drei Millionen Euro drei Mal so hoch, wie für eine Brücke. Diesen Argumenten folgte im Februar auch das Regierungspräsidium (RP).

Das neue Gutachten, mit dem die Gewerbetreibenden-Gruppe und die Grüne Liga jetzt vor dem Verwaltungsgericht punkten wollen, wurde von der Innsbrucker Tunnelbaufirma ILF-Beratende Ingenieure und der Baugrund Dresden Ingenieurgesellschaft mbH angefertigt. Die österreichischen Tunnelbauexperten, die schon vor zwei Jahren im Auftrag der "Bürgerinitiative VerkehrsFluss" eine unterirdische Elbquerung am Waldschlößchen entworfen haben, und ihre Dresdner Ingenieurkollegen kommen zu dem Schluss: "Eine Tunnellösung ist wesentlich kostengünstiger zu realisieren als von Eibs vorgetragen", anerkannte Regeln der Technik seien von Eibs teilweise nicht eingehalten worden und die Art der von Eibs vorgeschlagenen Bauausführung sei weder technisch noch wirtschaftlich optimiert.

Eibs wollte dieses Urteil am Freitag nicht kommentieren. Die Stadt kündigte eine Stellungnahme am Montag an, erst danach wollen sich die Verantwortlichen des kritisierten Ingenieurbüros äußern.

Artikel aus: Dresdner Neueste Nachrichten (Christoph Springer) 8. Mai 2004

Nächster Artikel:
Vorheriger Artikel: Roßberg rudert zurück

Zur Startseite Waldschlößchenbrücke.
Weiter zu den anderen Themen geht's über Leben-in-Dresden.de.