Waldschlößchenbrücke – Stoffsammlung für Einwendungen

Information der BI Waldschlößchenbrücke (Download dieser Daten).

Stadt- und Landschaftsbild

Die Auflistung erfolgt immer in der Reihenfolge Belang (als Überschrift), Einwendung (E), Fundstelle/ Bezug (F) und Begründung (B).

Übersicht und Download

Auf Grund der Fülle von Kritikpunkten haben wir diese hier zu verschiedenen Gruppen zusammengefasst. Sie können nun die Auflistungen der einzelnen Gruppen betrachten oder die komplette Liste als pdf-Dokument (68 kB) für Adobe® Acrobat® Reader herunterladen. Die Unterseiten sind nach folgenden Gruppen gegliedert:

Übersicht | Gestaltung der Brücke und Auswirkungen auf das Wohnumfeld | zu Fuß und mit dem Fahrrad | öffentlicher Verkehr | allgemein zum Verkehr | Elbe und Elbwiesen | Lärm und Luftverschmutzung | Stadt- und Landschaftsbild | Sonstige Punkte.

Zerstörung des Landschaftsbildes

E: Am Höhepunkt landschaftlicher Raumbildung, zwischen Innenstadt und Blauem Wunder, an dem für einen kurzen Moment Bebauung den Fluss säumt, an der breitesten Stelle der Aue, am Übergang vom flachen Ufer zum Hang, soll der Verkehrszug „eingefügt“ werden – wobei der Erläuterungsbericht jede logische, nachvollziehbare Erklärung für eine „Einfügung“ schuldig bleibt

F: „Die Brückenwiderlager müssen sich zum einen dem Landschaftsraum unterordnen, zum anderen sind sie wesentliches Element zur Kennzeichnung der Elbquerung und ihrer Verbindungsfunktion (Neustädter Ufer), wie auch prägende Bauteile, die zur eindeutigen Definierung der Stadtkante sowie des Überganges von der Stadt zur Landschaft beitragen (Johannstadt).“; Erläuterungsbericht, S. 8

B: Unvereinbarkeit mit landschaftlich-sensibler Einfügung: „unterordnen – Kennzeichnung der Querung – prägende Bauteile – eindeutige Definierung der Stadtkante sowie des Überganges von der Stadt zur Landschaft“ – was denn nun? Unterordnung oder Hervorhebung, Stadtkante oder Übergang? ungeeigneter Standort, der selbstherrlich den wundervollen Blick von der Bautzner Straße, Höhe Einmündung Jägerstraße zum Elbhang und -bogen (übrigens in den Unterlagen schlicht vergessen), vom Waldschlösschenpavillon auf die Innenstadtsilhouette, von der Albertbrücke oder der Johannstädter Fähre zum Elbhang, der Dresdner Heide und zum Waldschlösschen (ebenfalls in den Unterlagen nicht erfasst) oder vom Elberadweg auf Johannstädter Seite zur Innenstadt mit den Türmen und Kuppeln verstellt

Stadtbild beeinträchtigt

E: Kleingärten an der Fetscherstraße sollen vor Emissionen des Verkehrszuges durch eine Schallschutzwand geschützt werden, ebenfalls die Gärten am Käthe-Kollwitz-Ufer (alt) – dadurch wird Ortsbild beeinträchtigt

F: Erläuterungsbericht, S. 11

B: Schallschutzbauten innerhalb geschlossener Ortschaften, also in „angebauten“ Abschnitten eines Verkehrszuges sind nur Ausdruck von stadtunverträglichen Belegungen, die durch überzogene Verkehrskonzentration erzeugt worden sind; Ausbaugrad reduzieren bis hin zu unkritischen Belegungen, wie den gegenwärtigen

Landschaftsbild der Elbauen zerstört

E: Die Brücke mit ihren Zubringern zerstört landschaftliches Bild der Elbauen und -hänge

F: „Für den Benutzer der Straße soll der Blick in den Landschaftsraum Elbe erhalten bleiben“ (zur Verlagerung des Käthe-Kollwitz-Ufers in Richtung Elbe); Erläuterungsbericht, S. 11

B: dem Nutzer des Landschaftraumes selber, sei es auf dem Fluss, den Wiesen oder Wegen, wird aber der Blick auf das monströse Bauwerk angetan – mit welchem Recht gegenüber der Selbstherrlichkeit, den Autonutzern den Blick zuzuwidmen, auch von der Brücke aus?

Landschaftsschutzgebiet

E: Elbwiesen im Planungsgebiet sind Teil des Landschaftsschutzgebietes „Dresdner Elbwiesen und Altelbarme“ – hier einen Verkehrszug durchzubauen, ist absurd

F: „[…] dem Naherholungsgebiet […] wird eine hohe Bedeutung beigemessen“; Erläuterungsbericht, S. 18

B: würde man tatsächlich dem Naherholungsgebiet Bedeutung beimessen, würde man keine Trasse durchschlagen

Thematik Dresden als Landschaftsstadt, Aufenthaltsqualität

E: Verkehrszug trifft die Idee der Landschaftsstadt empfindlich: an der breitesten Stelle der lieblichen Elbaue, am Übergang von Elbhang zu den sandigen Plateaus, auf denen die Neustadt und das Preußische Viertel errichtet wurden; lieblose Trasse vertreibt Aufenthaltsqualität und wird so Stadtflucht weiter verstärken

F: Erläuterungsbericht, S. 5 ff

B: Alleen und Brücken wären Stadt – Landschafts – verträglich, nicht aber ein autobahnähnlicher „Verkehrszug“, wie er als Allerweltsvorhaben andernorts bereits vielfach entstanden ist und entsteht; auch Straßen müssen Aufenthaltsqualität aufweisen, dürfen nicht nur, wie das vorliegende Projekt, gebaute Vorschriften und betoniertes Straßengesetz sein, sondern sind gleichfalls Lebensräume

Bruch mit der auf Nachhaltigkeit bedachten bisherigen Stadtplanung für diesen Standort

E: Planung des Verkehrszuges bricht mit der guten Tradition Dresdner Stadtplanung für diesen Standort, die auf Nachhaltigkeit bedacht war, und die Erhaltung des freien Landschaftsraumes über alle Begehrlichkeiten stellte

Fundstelle/Bezug: im Bericht dargestellte Planungsgeschichte des Standortes, die angeblich nur aus einer Folge von aus unterschiedlichen Gründen nicht verwirklichten Brückenprojekten bestand; Erläuterungsbericht, S. 20

B: bisherige Planungen:

  • Villengebiete und Wohnviertel beidseits der Elbe
  • Verzicht auf den Bau einer Bahnstrecke nach Loschwitz entlang des Elbhanges (wie z.B. in Briesnitz gebaut!)
  • Freihaltung der Elbauen von Bebauung 1873
  • Freihaltung und Betonung des „Waldschlösschenblickes“ und Komplettierung durch Aussichtspavillon bei den Maßnahmen zur Verschönerung des Elbufers unter Paul Wolf (1930er Jahre)
  • Fallenlassen des Brückenprojektes in den 30er Jahren und zum Ende der DDR (hier als „nicht zeitgemäß!!“)
  • wiederholt in den Archivalien dokumentierte starke Kritik an Straßenbauvorhaben im „Großerholungsgebiet der Elbauen“ (1930er, 1940er, 1950er und 1970er Jahre)

Eingriffsausgleich

E: Eingriffsausgleich hat nicht weit entfernt vom Eingriff sondern in den betroffenen angrenzenden Gebieten zu erfolgen; Straßenbaumpflanzungen, Rückbau versiegelter Flächen, Renaturierung, Pflege von Grünstrukturen, Anlage von Oberflächengewässern… nicht aber „Aufforstung“ der Elbwiesen oder des Hanges

F: Erläuterungsbericht, S. 5 ff

B: Eingriffsausgleich ist gesetzlich in Zusammenhang mit dem Eingriff zu leisten

Baumabholzungen

E: Baumfällungen für den Verkehrszug sind inakzeptabel: Bezüglich des Ausbaustandards und der Breiten wäre der Verkehrszug an der Bautzner Straße (Kastanien, Ahorn), Waldschlösschenstraße (Eichen, wären andernorts längst „geschützte Allee“) oder Fetscherstraße (Robinie: Naturdenkmal) so zu reduzieren, dass die Bäume erhalten und Lücken nachgepflanzt werden können

F: Erläuterungsbericht, S. 5 ff

B: z.B. Waldschlösschenstraße in der Gründerzeit in mehr als ausreichender Breite angelegt, Bautzner Straße tlw. mit dreireihiger Allee und „Unterweg“: diese räumlichen Qualitäten sind zu erhalten

Landschaftsbild

E: wegen extrem wertvoller Blickbeziehungen von Ober- und Unterstrom, von den Uferstraßen aus, von den Elbdampfern (schon jetzt legen alle Touristen den Fotoapparat weg, wenn sich das Schiff der Carolabrücke, einer vergleichbar charmanten Lösung, nähert), von der Bautzner Straße in Höhe Jägerstraße in den Elbbogen, vom Waldschlösschen, den Elbschlössern und von der Drachenschänke in die urbane Flusslandschaft ist eine 1:1- Bemusterung anhand eines Modells am Standort, dass die Dimensionen von Bogen, Widerlager und Fahrbahnträger in den tatsächlich geplanten Abmessungen wiedergibt, notwendig und wird eingefordert

F: Erläuterungsbericht, S. 5 ff

B: geplanter Ausbaustandard führt zu plumper Brücke in allen wertvollen Hauptsichtbeziehungen des Elbtales, hier sind anhand des 1:1-Modells ggf. Modifizierungen durchzuführen – ein Verfahren übrigens, dass in der Schweiz bei Vorhaben im Landschaftraum, und um ein solches handelt es sich hier zu einem großen Teil, gesetzlich vorgeschrieben ist und positive Wirkungen zeigt

Ziele der Landschaftsentwicklung

E: Straßen der Umgebung sollen in ihrer großzügigen, ruhigen, begrünten gründerzeitlichen Qualität erhalten bleiben bzw. die Alleen ohne vorherige Abholzung vervollständigt werden

F: Die angrenzenden Straßenräume sollen in ihrem gründerzeitlichen Raumprofil erhalten und durch Baumpflanzungen ggf. ergänzt werden“; Erläuterungsbericht, S. 24

B: durch maßlose Aufweitungen der Fahrbahnquerschnitte werden praktisch alle vorhandenen Alleen der Ausbauabschnitte abgeholzt; vierspurige Ausbauten wie z.B. der der Fetscherstraße führen die zitierte Formulierung des Erläuterungsberichtes ad absurdum

Abholzen von Alleen

E: wertvolle Alleen, wie die Eichenallee Waldschlösschenstraße oder die dreireihige Kastanienallee der Bautzner Straße sind zu erhalten, der Ausbaustandard ist an das jeweils vorhandene großzügige Profil anzupassen

F: „Durch […] Wiederherstellung des Alleecharakters in der Waldschlösschenstraße wird das Erscheinungsbild […] aufgewertet; Erläuterungsbericht, S. 25

B: würde nicht erst abgeholzt, bräuchte auch nicht „wiederhergestellt“ zu werden – eine derartige „Wiederherstellung“ würde ohnehin mindestens 75 Jahre brauchen, bis sie in etwa den heutigen Anblick bieten würde; Waldschlösschenstraße gibt im Bestand schon Raum für drei bis vier Fahrspuren (wie in den Varianten belegt)

Kulturlandschaftsraum

E: in einem sensiblen Kulturlandschaftsraum kann ein Verkehrszug des Ausbaugrades wie im vorliegenden Projekt keine Bereicherung, sondern nur eine Störung sein und wird deshalb abgelehnt

F: „Beim Untersuchungsraum handelt es sich um den hochsensiblen Kulturlandschaftsraum der Elbaue mit überregionaler Bedeutung“; Erläuterungsbericht, S. 68

B: Belegung und Ausbaugrad ermöglichen keine bereichernde Einfügung in eine sich entwickelnde Kulturlandschaft

GUW abgelehnt

E: GUW am Erlenweg abgelehnt

F: Baufenster Erlenweg; Erläuterungsbericht, S. 101/103

B: Verlauf der Bautzner Straße elbbegleitend, aber immer durch Bebauung verdeckt; Blick öffnet sich kurz und überraschend, durch Ausbuchtung eingeleitet, an der Einmündung der Jägerstraße, um das gesamte Panorama des Elbbogens mit den Elbschlössern, der Aue, dem Fluss, dem Loschwitzer Hang bis hin zum Borsberg, dem Elbsandsteingebirge und den Ketten des Osterzgebirges zu erfassen; hier kann keine GUW-Kiste den gerade nach Abgang der Kleingärten zurückgewonnenen einmalig schönen Blick wieder verdecken und als technisches Bauwerk beeinträchtigen; Verlagerung in unmittelbare Brückennähe (Technik zu Technik)

Aussichtsterrasse

E: einer Aussichtsterrasse über dem Tunnelportal wird widersprochen

F: Erläuterungsbericht, S. 102

B: sie wäre Hohn zum Thema schöner Dresdner Blicke, keine Aufenthaltsqualität

Eingriffe in die Substanz von Denkmalschutzgebieten

E: Es erfolgen massive Eingriffe in die Substanz von Denkmalschutzgebieten (direkt durch Denkmalbeseitigung oder Eingriff, indirekt durch Zerstörung des Umfeldes – Umgebungsschutz), diese sind nur teilweise in den Unterlagen benannt (wie z.B. Denkmalschutzgebiet Dresdner Elbhänge, nicht aber z. B. Denkmalschutzgebiet Preußisches Viertel)

F: Unterlage 1.2, S.31

B: Gerade die Denkmalschutzgebiete gehören zum kostbarsten Erbe, das die Stadt noch hat, Eingriffe sind nicht hinnehmbar

Freianlagengestaltung Neustädter Hangbereich

Einwendung:

  • viel zu viele Bäume und Sträucher im Hangbereich
  • Kleingärten zwischen Bautzner Straße, Erlenweg und Körnerweg – unteren Teil in Wiese umwandeln, da beim Hochwasser durchströmt, hier auch Rückbau des niedrigen Deichs
  • Blick von der Einmündung des Erlenweges in die Bautzner Straße (Standort Kügelgen-Stele) nicht eingetragen und freigehalten
  • GUW nicht an diesen wichtigen Blickstandort setzen
  • Fuß- und Radweg entlang der Bautzner Straße zwischen Jägerstraße und Waldschlösschenstrasse parallel durchführen ohne Unterbrechung

F: Freianlagenplanung

B: Gerade dieses Wiesenstück hat hohe Bedeutung für die landschaftliche Qualität – einer der schönsten Blicke in das Elbtal im Raum Dresden

Beeinträchtigung von Blickbeziehungen

E: Visuelle Beeinträchtigung ist nicht kompensierbar

F: „Visuelle Auswirkungen des Vorhabens, die sich in erster Linie aus der Einordnung des Brückenbauwerkes in einen sensiblen Landschaftsraum ergeben, […] sind nicht vermeidbar. Diese Eingriffe sind jedoch nach Realisierung der Kompensationsmaßnamen abgrenzbar uns beherrschbar„; Unterlage 16.1, S. 131

B: Bereicht schreibt von „Kompensation„, die weder vorgesehen ist noch möglich wäre und ist daher falsch

Exponierter Aussichtspunkt an Kügelgenstele

E: Exponierter Aussichtspunkt an Kügelgenstele (Erlenweg/Bautzner Straße) in mehreren Plänen nicht eingetragen und in der Planung auch nicht berücksichtigt, auch Wert der angrenzenden Wiese (eh. Kleingärten) für die Erholung und den Wintersport nicht erfasst und entsprechend gewichtet

F: Unterlage UVU, mehrere Karten

B: Aussicht von überregionaler Bedeutung

Zur Startseite Waldschlößchenbrücke.
Weiter zu den anderen Themen geht's über Leben-in-Dresden.de.