Waldschlößchenbrücke – Mustereinwendungen (4)

Information der BI Waldschlößchenbrücke.

Übersicht

Sie möchten gern Einspruch erheben, wissen aber nicht wie? Auf dieser Seite finden Sie eine Mustereinwendung. Weitere Muster finden Sie hier: 1–3, 5, 6.
Bei Interesse können Sie die Muster als rtf-Dokument herunterladen.

Siehe auch: Allgemeine Hinweise zum Planfeststellungsverfahren.

Mustereinwendung 4:

Maximilia Musterfrau
Maximillestr. 11
01471 Dresden

Regierungspräsidium Dresden
Stauffenbergallee 2
01099 Dresden

Einwendung zum Planfeststellungsverfahren für das Bauvorhaben der Landeshauptstadt Dresden „Verkehrszug Waldschlösschenbrücke“

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhebe ich Einspruch gegen das o. g. Vorhaben.

Ich bin insoweit Betroffener, als daß ich in meiner Freizeit die Elbwiesen für Sport und Erholung nutze. Als Bürger Dresdens betreffen mich sowohl die verkehrlichen, stadtplanerischen (das beliebt ja in Dresden getrennt betrachtet zu werden) als auch die finanziellen Folgen des Projektes.

I. ÖPNV

Wirksamkeit

Nach der jetzigen Planung ist eine „Nachrüstung“ mit Straßenbahn nicht möglich. Dies stellt einen wesentlichen technischen Mangel dar, der unvereinbar mit der Zielstellung einer vorrangigen Förderung des ÖPNV ist.

Bevorrechtigung des Busverkehrs

Sofern der Wegfall der Straßenbahnoption akzeptiert wird, fordere ich eine stärkere Bevorrechtigung des Busverkehrs. Eine ÖPNV-Spur ist nur als getrennt vom MIV geführte Fahrspur sinnvoll. Deshalb fordere ich eine bauliche, wirksame Abgrenzung der Busspur vom MIV innerhalb des gesamten Verkehrszuges.

II. Menge des Verkehrsstromes – Begrenzung und Folgeuntersuchung

Der Verkehrszug bedeutet die Schaffung einer großräumig wirksamen Straßenschnellverbindung und wird so Fernverkehr, Neu- und Mehrverkehr durch das neu geschaffene Streckenangebot anziehen. Damit kommt es zu einer Erhöhung der innerhalb der Stadt gefahrenen Verkehrsleistung mit allen negativen Begleiterscheinungen. Dies steht im Widerspruch zu dem vom Stadtrat beschlossenen und noch immer gültigen Verkehrskonzept von 1994. Die prognostizierten Verkehrszunahmen können in dieser Höhe erst durch Verfügbarkeit der Waldschlößchenbrücke entstehen. Daher besteht keine objektive Notwendigkeit, in diesem Teilraum eine neue Elbquerung bereitzustellen.

Deshalb fordere ich einen Verzicht auf die Waldschlößchenbrücke , mindestens jedoch eine Untersuchung über die Auswirkung der Brücke mit der tatsächlich möglichen Belegung auf den innerstädtischen Modal-split sowie die durch die Brücke induzierte gesamte Menge an Fahrzeugen und Fahrleistungen Die Folgeuntersuchungen sollen sich auf die am stärksten betroffenen Bereiche der Wohngebiete an den „Brückenköpfen“ sowie auf die mögliche Verlagerung bzw. Entstehung neuer Verkehrsströme auf die Nachtstunden beziehen. Durch Verringerung der großzügigen Verkehrszuführung des gesamten Verkehrszuges ist eine tatsächliche Senkung der unterstellten Verkehrsmenge von 45.000 Kfz/24h auf unter 30.000 Kfz/24h zu erreichen. Wird diese Verkehrsmengen-Obergrenze nicht wirkungsvoll gesichert, so ist der Brückenzug in seinen Folgewirkungen unvertretbar.

III. Radverkehr

Die Planungen sehen auf der Neustädter Seite elbabwärts „Serpentinen“ für gemeinsamen Fuß- und Radweg vor.

Diese sind so auszuformen und mit den entsprechenden Kurvenradien zu versehen, daß Konflikte zwischen Radfahrern im Gegenverkehr sowie Fußgängern ausgeschlossen werden.

Die Radwegeführung oberirdisch von der Brücke in Richtung Stauffenbergallee ist konfus. Hier fordere ich eine Gleichbehandlung mit dem Autoverkehr, also eine Verkehrsführung des Radverkehrs zwischen Waldschlößchenbrücke und Stauffenbergallee in der gleichen Komfortabilität.

Die gemeinsame Anlage von Fuß- und Radwegen auf der Brücke ist eine Zumutung, sowohl was den Stand der Technik anbetrifft als auch in Betracht des Angebotes an den MIV.

Daher fordere ich auch hier eine Gleichbehandlung mit dem Autoverkehr, also einen fußgängergerechten, „überbreiten“ Gehweg, der auch Verweilen zum Betrachten konfliktfrei zuläßt, als auch überbreite, „Zwei-Richtungs-Radwege“, die den Nachteil des komplizierten Kreuzens des Verkehrszuges ausgleichen.

IV. Eingriffe in den Naturraum

Der „Verzicht“ auf 600 bis 1.000 m Länge Elbwiesen ist dann unwiderruflich!

Die großen Eingriffe in das Landschaftbild ausgerechnet an der breitesten Stelle der Aue am Waldschlößchen lassen es geraten erscheinen, den Verkehrszug auch unter der Elbe als Tunnel zu führen. Die Mehrkosten im Vergleich zur jetzigen Lösung fallen angesichts des Nutzens für das Stadt-, Landschaftsbild und die großräumige Erholung sowie die Erhaltung eines zur Aufnahme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes beantragten Gebietes nicht ins Gewicht.

Zur Konfliktbewältigung Landschaft, Freiraumqualität, Biotop, Lärm, Schutz der Wohngebiete fordere ich eine reine Tunnellösung oder der Verzicht auf den Bau des Verkehrszuges.

Auf der der Altstädter Seite ist innerhalb der „Ohren“ die dauerhafte Ansiedlung der Dresdner „Vogelwiese“ geplant. Dieser Eingriff in den Naturraum muß gemeinsam mit der Baumaßnahme Waldschlößchenbrücke betrachtet werden. Eine getrennte Betrachtung zweier Maßnahmen, die im politischen Raum eindeutig als Einheit gesehen werden, wird als wesentlicher Verfahrensfehler betrachtet.

Daher fordere ich eine gemeinsame UVP.

Mit freundlichen Grüßen

Weitere Muster finden Sie hier: 1–3, 5, 6.
Bei Interesse können Sie die Muster als rtf-Dokument herunterladen.

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